Rijeka: Zwischen Hafenstadt & Adriaperle

Bis auf einen Taubenanschlag von oben hat mich das kroatische Rijeka nicht nur vollauf überzeugt, sondern sogar begeistert! Ja, tatsächlich, Rijeka, die Stadt im Norden Kroatiens, die je nach Zählung den zweit- oder drittgrößten urbanen Raum des Landes bildet. Mit seinem wilden Charme zwischen Hafenflair und Adriaschönheit kann ich euch dieses Reiseziel nur empfehlen. Hier meine Eindrücke und Tipps:

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Noble Yachten vor einer prächtigen Hafenpromenade: Rijeka ist eine Reise Wert!

 

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Eine Stadt am Hafen – da liegt immer ein besonderes Flair in der Luft

Zugegeben, ich hatte Rijeka auch nicht unbedingt auf meiner Reiseliste. Aber auf der Suche nach einem sinnvollen Oster-Reiseziel fiel der Blick nach Kroatien. Split und Dubrovnik liegen da natürlich nahe, ich wollte jedoch etwas weniger Touristentrubel. Außerdem stand mir der Sinn nach Stadtleben und die Flüge nach Zagreb waren günstig. Und wenn man schon mal da ist: Ein Blick auf die Karte verriet die Nähe Rijekas zur Hauptstadt – etwa drei Stunden fährt der Bus durch wunderbare Berggipfel – so dass ich mich für einige Tage in der Hafenstadt entschied.

Rijeka zu Ostern ist ein Ort, den man sich bisher weniger mit anderen Touristen teilen muss. Dabei lässt die 130.000-Einwohner-Stadt den Reisenden bereits bei der Ankunft staunen: Wenn der Bus die Nordspitze der dinarischen Alpen überquert, öffnet sich der Blick auf die herrliche Kvarner Bucht, in der Rijeka liegt. Die Stadt zu Füßen, das weite Meer vor sich, dieser Anblick wirkt majestätisch!

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Meer und Berge: Hoch oben von der Burg bietet sich ein herrlicher Blick über Rijeka

Natürlich gibt es hier auch die obligatorischen sozialistischen Plattenbauten. Aber diese liegen am Stadtrand, im Zentrum präsentiert sich Rijeka dagegen fast italienisch, mit Gassen und Plätzen und dem Charme südlichen Lebensgefühls.

Kontraste: Rijekas Außenbezirke sind von grauen Betontürmen gesäumt, stören ansonsten die Schönheit der Innenstadt aber wenig

Das wundert nicht, denn Italien ist nah, Trist eine gute Autostunde entfernt. Rijeka steht zu seiner multinationalen, vielnamigen Geschichte: Fiume, St. Veit, Rijeka – italienische, österreichische, kroatische Einflüsse finden hier zusammen. Wie sehr man sich mit der Vergangenheit arrangiert hat, zeigen diese zwei Beispiele:

Sankt Veith Kathedrale Rijeka Reisetipp
Schöne kleine Plätze – wie hier an der St. Veit-Kathedrale – bietet die Innenstadt mehrere

Ich hatte während meines Besuchs das Glück mitzuerleben, wie der alte kuk-Doppeladler wieder auf dem Stadtturm errichtet wurde und wie die Menschen der Stadt in Scharen kamen, das Ereignis zu feiern. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt dagegen Titos alte Yacht fast vergessen im Hafen, soll aber touristisch weitergenutzt werden. Doch, es wirkt, als sähen die Menschen hier die mannigfaltige Vergangenheit ihrer Stadt nicht nationalistisch-verengt, sondern als Bereicherung.

Rijeka Tito Yacht Staatsschiff Jugoslawien
Skurriles Highlight: Titos ehemals prächtige Staatsyacht liegt etwas abseits im industriellen Teil des Hafens

Natürlich, wer nach Rijeka reist, der muss auch das Wilde und Industrielle lieben. Der Hafen grenzt direkt an das Zentrum der Stadt. Mit prächtigen Luxusyachten einerseits und Ladekränen andererseits präsentiert er sich sehr vielfältig.

Hafenkräne und verlassene Hallen: Für mich liegt genau darin das gewisse Etwas dieser Stadt. Und wenn man das Hafengelände nur um wenige hundert Meter verlässt, steht man in kleinen Gassen mit netten Cafés und italienischem Lebensgefühl.

Tipps

Ein paar persönliche Tipps habe ich auf meiner Reise nach Rijeka natürlich auch gesammelt. In einer Hafenstadt – na klar – da kommt Fisch auf den Tisch! Unsere Pensionswirtin empfahl uns das „Na Kantunu“ direkt am Hafen. In diesem Familienbetrieb wird noch selbst gefischt, alles kommt frisch auf den Teller – man sollte sich deshalb nicht davon schrecken lassen, dass der Weg hierher auf den letzten einhundert Metern durch eine etwas dubiose Hafengasse führt.

Rijeka Tea Nightlife
Die Samovar-Bar: Absolut schnuckelig und ein Muss für Tee-Liebhaber

Nach dem Essen solltet ihr dann in die Weinbar „Kod Zajca“ gehen. In diesem beeindruckenden Gewölberaum dekorieren zahllose Weinflaschen die Wände, ihr bekommt eine große Auswahl lokaler Weine (ja, wirklich!) und wer mag auch leckeres kroatisches Craft Beer, dazu werden kleine Aperitivo-Platten gereicht. Wer hier im Sommer außen sitzt, kann zudem auf den beindruckenden Theaterbau blicken.

Für den nachmittäglichen Tee oder Kaffee kann ich euch die kuschelig-verspielte „Samovar-Bar“ mit Teddybären und Plüschkissen rundherum ans Herz legen. Nicht weniger süß – obgleich wirklich klein – ist das Café „Ebba´s Cuisine“ mit wunderbaren Torten im Sortiment.

Tipps für Rijeka
Im „Boonker“ sitz ihr tatsächlich in einem alten Bunker direkt am Hafen und könnt gechillt auf das Wasser blicken

Wer es chilliger sucht, dem würde ich den „Boonker“ empfehlen – die Küche mag das übliche internationale Crossover sein, aber der Blick über den Hafen und das coole Interieur sind auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Unbedingt besuchen muss man in Rijeka auch die Markhallen. Hier findet sich echtes lokales Leben und die kribbelnde Nervosität, die solche Märkte begleitet. Und natürlich ist die Fischhalle ein absolutes Muss! Nur auf Tauben, die hier kreisen und auch – ähm – ab und zu etwas fallen lassen, solltet ihr ein Auge haben, ich spreche da aus Erfahrung.

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Die Markthallen solltet ihr unbedingt besuchen!

 

Das Nationaltheater bei Nacht

Ausflüge

Rijeka selbst hat man nach zwei Tagen ausgiebig erforscht, daher bieten sich einige Ausflüge an. Fußläufig zu erreichen ist der „Tsrat“, also die über der Stadt thronende Burg. Man sollte allerdings etwas in Form sein, denn der Weg hierhin führt über steil ansteigende Treppen. Doch er lohnt dreifach – für den Weg, für den Ausblick und für einen guten Drink!

Der Weg zur „Tsrat“ führt steile Treppen hinauf und fordert durchaus, obwohl die Strecke eigentlich nicht lang ist. Vorbei an Villen, die sich an den Hang schmiegen, sowie entlang einer Klosteranlage bietet sich immer wieder ein wunderbarer Ausblick über die Stadt. Hier zeigen sich Rijekas natürliche Kontraste besonders schön: Man blickt einerseits auf schneebedeckte Berggipfel, sieht aber andererseits die blau funkelnde Adria unter sich. Die gut erhaltene Burg selbst lässt sich im Außenbereich kostenlos erkunden. Wer genug gesehen hat, der sollte die Aussicht bei einem Drink genießen. Denn hier oben findet sich endlich einmal keine Burgschänke und kein „Draußen-nur-Kännchen“-Lokal, sondern das absolut coole „Vintage Café„. Die Aussicht und dann ein Aperol Spritz – einfach perfekt!

Neben der Burg ist das Ausflugsziel Rijekas natürlich das Seebad Opatija. Vermutlich ist es bekannter als die Stadt selbst und anders als in Rijeka befindet man sich hier merklich in einem Touristen-Hotspot. Dabei beträgt die Fahrtzeit ab Busbahnhof Rijeka nur ca. 20 Minuten (Bus No. 32, Kosten: 32 Kuna)

Schon der Weg hierher führt vorbei an herrlichen kuk-Villen, das Seebad selbst erschlägt dann mit Habsburger Prunk. Alles wurde wunderbar restauriert, an einer endlosen Promenade kann man am Meer entlang spazieren. Einen Strand gibt es hier zwar nicht, aber etliche Bänke und einige Kieselufer laden zum Verweilen ein. Natürlich ist diese Art von Ort vor allem ein Ziel für ältere Reisende, vornehmlich aus Österreich. Entsprechend hoch ist daher auch die Dichte an Ständen mit typischen Tourismusartikeln. Daher wäre mein Tipp, nicht in Opatija selbst zu wohnen, sondern die Pracht des Ortes von Rijeka aus für einen Tag anzusteuern.

Es lohnt sich also, in Opatija ausgiebig die Promenade entlang zu schlendern, am besten wählt man den Weg zurück Richtung Rijeka bis Volosko. Dieses zu Opatija gehörende Dorf besticht durch wunderschöne enge Gassen, zudem liegt es über Opatija und bietet einen beeindruckenden Blick über die Kvarner Bucht. Mein Tipp ist hier das Café Kaokakao – ein wirklich süßes Lokal und der perfekte Ausklang für den Ausflug.

Ein kleiner Tipp: Das Cafe Kaokakoa
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Der Blick über die Kvarner Bucht

Was soll ich noch sagen? Mich hat Rijeka restlos überzeugt. Natürlich, es ist eine kleine Stadt, aber vier oder fünf Tage lassen sich hier wunderbar verbringen. Das Lebensgefühl und die Mischung der Stadt nehmen einfach gefangen. Probiert es doch mal aus!

Wollt ihr noch mehr Bilder aus Rijeka sehen? Dann schaut doch auf meiner Instagram-Seite vorbei, unter #stadtwuchsrijeka seht ihr u.a. den wiedererrichteten kuk-Doppeladler!

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