Buzludzha: Das Ufo im Balkangebirge

Das Denkmal von Buzludzha war mein persönliches Highlight meines zweiwöchigen Roadtrips durch Bulgarien. Vom Schwarzen Meer (Varna und Kawarna) über Veliko Tarnovo führte mich die Reise ziemlich genau in die Mitte Bulgariens. Hier, hoch oben im Balkangebirge, liegt Buzludzha: aus der Zeit gefallen, monumental, extraterrestrisch – ein Denkmal der ehemaligen kommunistischen Partei Bulgariens.

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Wer Buzludzha besuchen will, muss hoch hinaus

Wobei, der Begriff Denkmal trifft eigentlich nicht zu, denn es handelt sich um ein ehemaliges Aufmarschgelände. Die KP hatte das Bauwerk in den 1970ern in Auftrag geben und 1981 anlässlich des 1300-jährigen Jubiläums Bulgariens eröffnet. Genutzt wurde es danach nur leider fast nie – viel zu abseitig, viel zu kurz vor dem Sturz des Sozialismus 1989. Übrig blieb ein aus der Zeit gefallenes Relikt vergangener Tage.

Ich selbst hatte vor meiner Reise einige Bilder gesehen und wusste, dass mich ein UFO-ähnliches Etwas erwarten würde – welche Wucht das Bauwerk jedoch in der Realität entfaltet, hatte ich nicht erwartet! Schon auf der Anfahrt öffnen sich immer wieder die Berge und bieten absurde Anblicke des Beton-Monstrums. Aus der Nahansicht erschlägt es den Betrachter dann fast: Der über vierzig Meter hohe Turm mit dem sozialistischen Stern und das absurde Rund daneben wirken tatsächlich, als habe Mr. Spock persönlich hier sein Raumschiff geparkt.

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Sozialistischer Brutalismus: Es ist das Gesamtensemble, das wirkt, als sei man in einer anderen Zeit

Betreten kann man das Bauwerk zurzeit leider nicht, zu groß war der Vandalismus der vergangenen Jahre. Es patrouilliert sogar ein privater Wachdienst, so dass man sich mit einem kleinen Einblick durch eine vergittertes Tor begnügen muss. Aber auch ein Rundgang um das Gebäude ist spannend: Überall bricht der Beton, tropft es herab, überlebensgroße Stahlbuchstaben verkünden sozialistische Parolen (und wurden teils als Souvenir entwendet). Und auch der Ausblick ist sehr lohnenswert, rundherum öffnet sich der Blick auf andere Berggipfel oder in die nahen Rosentäler um Kazanlak.

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Gigantische Buchstaben verkünden die Herrlichkeit des Sozialismus

Der Name Buzludzha bezeichnet dabei die ca. 1400 Meter hohe Bergspitze, auf der das Gebäude errichtet wurde. Es handelt sich zwar nicht um den höchsten Berg des bulgarischen Balkangebirges – das wäre der benachbarte Botev – aber die Stelle ist geschichtsträchtig: Hier verläuft der Shipka-Pass, der die alte Hauptstadt Veliko Tarnovo mit den Rosenfeldern um Kazanlak verbindet und als verlängerte Handelsroute bis zur türkischen Grenze führt, die in osmanischer Zeit natürlich keine Grenze war.

Nationale Bedeutung erhielt der Shipka-Pass im russisch-türkischen Krieg 1877/78, als russische Truppen hier die Osmanen besiegten, was zu einer kurzzeitigen Gründung des modernen Bulgariens führte. Etwa 10 Kilometer vor dem Buzludzha-Denkmal erinnert das Shipka-Denkmal an diese Schlacht und es ist kein Zufall, dass der sozialistische Bau das Denkmal des nationalen Erwachens deutlich überragt und man von der Bergspitze auf Shipka herabblickt. Ebenso ist es vermutlich kein Zufall, dass Buzludzha heute immer mehr verfällt, während das Shipka-Denkmal sich neuer Beliebtheit erfreut – tempora mutantur…

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Der Aufstieg zum Buzludzha-Denkmal lohnt sich auch für den wunderbaren Ausblick

Wer Buzludzha besuchen will, kann relativ nah mit dem Auto an das Bauwerk heranfahren – nur die allerletzten Meter geht es steil zu Fuß bergauf. Von Veliko Tarnovo kommend gibt es zwar eine Straße ab dem Shipka-Denkmal, doch diese ist kaum noch Straße zu nennen. Geschwindigkeiten über 10km/h sind hier eigentlich nicht mehr realisierbar. Daher empfiehlt es sich, erst einmal der Passstraße weiter in Richtung Kazanlak zu folgen und dann kurz vor Kran über die deutlich bessere Straße den Aufstieg zu suchen.

Sollet ihr also einmal durch Bulgarien reisen und eine Mischung aus wildem Osten und sozialistischen Relikten suchen, denn dürft ihr Buzludzha nicht verpassen! Die folgenden Bilder sprechen für sich – für mich war dieser aus Zeit und Raum gefallene Ort auf jeden Fall das Highlight meines Roadtrips!

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Aus jedem Blickwinkel wirkt das gigantische Bauwerk anders – aber immer fremd und unwirklich!
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Mit dem Auto kann man nah heranfahren, wer die letzten Meter zu Fuß geht, bekommt noch einmal ganz besondere Einblicke
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Sprayer sind überall am Bau aktiv

 

 

 

 

 

Veliko Tarnovo: Die Wiege Bulgariens

Veliko Tarnovo sei wie ein Adler, der seine Schwingen um die Berge gelegt habe, auf denen die Stadt errichtet wurde. Gut, ganz erkennen konnte ich dieses Selbstbild der Stadt am Fluss Jantra nicht, aber Berge, Flusslauf und ganz viel Geschichte sind hier allgegenwärtig – immerhin handelt es sich bei Veliko Tarnovo um die frühere Hauptstadt Bulgariens. Hier ein Reisebericht über eine bulgarische Kleinstadt, die nicht auf jeder Reiseroute liegt.

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Veliko Tarnovo hat mir mit seinen vielen kleinen Gassen gut gefallen

Nach Varna und Kawarna war Veliko Tarnovo die dritte Station meiner Bulgarienreise und die weiteste Autofahrt. Von Varna kommend gibt es bis Schumen zwar eine Autobahn, aber die zweite Hälfte der gut 240 Kilometer über normale Landstraßen zieht sich, denn dies ist auch eine zentrale Achse nach Sofia und oft hängt man im Gebirge hinter einem LKW.

Warum also Veliko Tarnovo? Für mich lag der Reiz dieser ca. 70.000 Einwohner zählenden Stadt in ihrer Mischung aus Geschichte, schönen Altstadtgassen, verwinkelten Ecken und dem Gefühl, im echten Bulgarien zu sein.

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Im Stadtzentrum von Veliko Tarnovo erkennt man, dass die Stadt einmal sehr bedeutend war

Veliko Tarnovo ist eine verwinkelte Stadt und um sie zu erkunden, folgt man am besten erst einmal der Hauptstraße, der ulitsa Stefan Stambolov. Diese zentrale Achse vereint viele Geschäfte, Cafés und Restaurants, verläuft quer durch die Stadt und endet etwa an der mittelalterlichen Burganlage. Dabei öffnet sich der Blick nach rechts und links immer wieder in das Tal der Jantra. Am Fluss selbst kann man leider nicht entlang flanieren, aber es ist spannend zu sehen, mit wie vielen Windungen er die Stadt durchschlängelt. Dabei vermittelt Veliko oft das Gefühl, man befinde sich in einem Park, so häufig blickt man auf bewaldete Hügel. Eine Drehung reicht jedoch, um wieder auf die steilen, bebauten Stiegen zu blicken, an denen die Häuser ein wenig zu hängen scheinen.

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Der Fluss, die grünen Hügel und die steilen, bebauten Hänge bilden das Stadtbild von Veliko Tarnovo

Wer die Stambolov rechts und links verlässt, also leicht bergan oder bergab geht – denn Veliko ist eine hügelige Stadt -, erreicht die kleineren Altstadtgassen. Besonders schön renoviert ist die ulitsa Georgi S. Rakovski , hier kann man den alten Glanz der Stadt spüren. Heute befinden sich hier jedoch leider fast nur noch Geschäfte mit Touristennippes. Mein persönliches Highlight der Altstadt waren die kleinen Gassen rund um die Nikolaikirche. Hier zeigt sich der alte Stadtkern zwar weniger renoviert, aber gerade dadurch authentisch und charmant. In diesen Gassen liegt auch mein Tipp für ein gutes, familiengeführtes Restaurant, das „Slavianska Dusha„.

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Die Rakovski wurde aufwendig restauriert, die weniger herausgeputzten benachbarten Gassen haben mir jedoch noch besser gefallen

Wer die Rakovski jedoch bis zum Ende geht, trifft auf die wirklich nette „Art Bar Hipster„: Außen sitzt man mit Blick auf die kleinen Gassen vor einem Street-Art-Gemälde, innen ist das kleine Café alternativ eingerichtet. Ein Muss für jeden Touristen scheint das sogenannte Affenhaus zu sein, ein hübsches Altstadthäuschen mit einer (wirklich kleinen) Affenskulptur.

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Die Art Bar Hipster ist mein Tipp für einen gemütlichen Drink zwischendurch – natürlich gibt es Rakia, aber auch bulgarisches Craft Beer
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Rund um die Kirche Sankt Nikolai finden sich viele kleine Gassen. Typisch für Bulgarien sind übrigens die kleinen Totenzettel, die sich nicht nur an Kirchen, sondern auch an vielen Häusern und Bäumen finden.

Veliko Tarnovo präsentiert sich also als lebenswerte Stadt. Außerdem vereint sie, mitten im Balkangebirge gelegen, viel Geschichte auf sich und kann als Wiege der bulgarischen Kultur gelten: Schon im Mittelalter hatten sich die bulgarisch-orthodoxen Patriarchen hierhin zurückgezogen, um im Gebirge Schutz vor den mächtigen Widersachern aus Konstantinopel zu finden. Die riesige Burganlage der Stadt mit mächtiger Kirche zeugt von dieser Zeit und lohnt für eine Besichtigung; neben der Historie bekommt man für wenige Leva einen schönen Überblick über die Stadt.

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Die mächtige Burg von Veliko Tarnovo kann gegen kleines Eintrittsgeld besichtigt werden, ich empfehle jedoch festes Schuhwerk, es geht steil hinauf!

Im 12. Jahrhundert, als sich Teile des heutigen Bulgariens von Byzanz lossagten, diente die Stadt gar als Hauptstadt. Unter den Osmanen entwickelte sich die heutige Altstadt, die geprägt ist von alter türkischer Bauweise: Viele Häuser stehen auf einem schmaleren Backsteingrund, um sich im hölzern vertäfelten ersten Stock leicht zu verbreitern.

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Die osmanisch anmutenden Häuser in der Altstadt
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Die berühmte ulitsa Gurko

Im Zuge der Nationalbewegung im 19. Jahrhundert wurde Veliko Tarnovo im russisch-türkischen Krieg von russischen Truppen erobert, was letztendlich zur Gründung eines ersten neuzeitlichen bulgarischen Staates führte. An den russischen General Gurko erinnert auch eine der zentralen Altstadtstraßen. Überhaupt merkt man in dieser Stadt, wie sehr die osmanische Zeit noch am bulgarischen Selbstverständnis nagt und wie stolz man im Land auf die Staatsgründung 1878 ist.

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Überall in Bulgarien kann man gut essen (und guten bulgarischen Wein trinken!) – mein Tipp ist das süße kleine „Slavianska Dusha“

Ich kann euch Veliko Tarnovo also empfehlen, insbesondere all denen, die an Geschichte interessiert sind. Die Stadt eignet sich perfekt für einen oder zwei Tage, denn bei nur 70.000 Einwohnern hat man natürlich alles schnell gesehen. Wer jedoch einen Stopp in Bulgarien sucht, der nicht auf jeder Reiseroute liegt, der ist hier richtig!

Und wenn ihr noch einen Tipp für eine Unterkunft braucht: Ich selbst habe im Hotel Allegro gewohnt, das sich zwar auf der anderen Seite der Altstadt befindet, dafür jedoch schön ruhig an einem kleinen Park liegt und mich mit großen Zimmern überzeugt hat.

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Überzeugt euch selbst: Bulgarien ist ein spannendes Reiseland und Veliko Tarnovo ein lohnender Zwischenstopp!

Varna: Kultur am Schwarzmeerstrand

Bulgarien, ein Land, in dem ich noch nie war und das ich in diesem Sommer 2019 dank der Hochzeit zweier Freunde bereisen wollte. Ein Roadtrip sozusagen, mit Start in Varna und der Hauptstadt Sofia als Ziel. Dabei verband ich bisher wenig mit Bulgarien. Natürlich, EU-Mitglied seit 2007, aber nicht im Schengen-Raum. Sowie die üblichen Klischees: Eher arm, eher unfreundlich, eher Balkanpop – Stereotypen, von denen sich kein einziges bestätigte. Stattdessen traf ich überall auf sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, auf eine facettenreiche Kultur und eine multikulturelle Geschichte, auf wunderschöne Natur und auf viel junges, alternatives Leben. Hier also ein kleiner Bericht über Varna, der ersten Station meiner Reise.

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Varna hat mich mit einer schönen Altstadt und kultureller Vielfalt überrascht

Vom Flughafen in Varna fährt ein Stadtbus in 20 Minuten in die Innenstadt (Bus Nr. 409, Tickets für 1,- Lev bei der Konduktorin, Endhaltestelle an der zentralen Kathedrale). Ab hier endet zum Glück auch die gemeinsame Reise mit wilden Jungmännerhorden, die im Flugzeug bereits ihr Goldstrand-Besäufnis begonnen hatten. Diese Reisenden machen einen großen Bogen um Varna und fahren direkt vom Flughafen zum Goldstrand, so dass man in Varna tatsächlich kaum westliche Touristen trifft.

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Die ulitsa Preslav ist die zentrale Achse der Stadt, hier flanieren die Menschen an schönen Sommerabenden auf und ab

Durch die finale Haltestelle an der orthodoxen Muttergottes-Kathedrale befindet man sich nach der Ankunft direkt im Herzen Varnas. Hier beginnt auch die zentrale Fußgängerzone der Stadt, die ulitsa Preslav. Diese lange Prachtmeile führt vorbei am Dramatheater, an der Oper, am zentralen Platz „Nezavisimost“ und bringt den schlendernden Gast vorbei an prächtigen Jugendstilbauten fast direkt zum Meer.

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Viele Gebäude in der Altstadt sind renoviert – andere versprühen noch den Charme von vergangenem Glanz

Überhaupt, das Meer! Varna ist erkennbar eine Hafenstadt und man merkt, dass sie im 19. Jahrhundert ein wichtiger Zwischenstop für viele Reisenden war. Der Charme des Schwarzmeer-Strandbades ist ihr erhalten geblieben, viele Gebäude zeugen von einer prächtigen Vergangenheit. Heute befindet sich am Meer eine große Grünanlage, der „Primorski Park“. Der gut anderthalb Kilometer lange Stadtstrand vor diesem Park überzeugt mit schönem, feinem Sand. Aber natürlich, es ist ein Stadtstrand, man ist hier also nicht ungestört, vielmehr scheint im Sommer die ganze Stadt am Meer zu liegen. Bars und Restaurants zieren die Strandpromenade, es wird gefeiert und gelebt. Insbesondere bei einem abendlichen Drink habe ich mich hier jedoch pudelwohl gefühlt: Mit dem Getränk in der Hand dem Meeresrauschen lauschen, einfach wunderbar! (ich war übrigens gerne in der Bar „Cubo“, die sehr individuell gestaltet ist, aber es gibt etliche Bars). Man findet in Varna also keinen leeren Strand vor, aber das Wasser ist klar, viele Menschen schwimmen, die Bucht, die Varna umgibt, schließt das alles zu einem harmonischen Ganzen ab.

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Am Stadtstrand ist man zwar nicht für sich, aber westliche Touristen trifft man kaum
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Viele Bars wie hier das „Cubo“ säumen den Strand, etliche befinden sich im alten Badehaus aus dem 19. Jahrhundert

Aber natürlich ist Varna – übrigens mit etwas über 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Bulgariens, nur knapp hinter Plovdiv – auch eine Hafenstadt und ein Industriezentrum. Man sieht vom Strand auch große Pötte vorbeiziehen. Der Hafen selbst ist durchaus einen Besuch wert, am besten schlendert man einmal die lange Mole bis zum Leuchtturm hinaus.

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Die Mischung aus Hafenstadt und Strandbad ergibt einen interessanten Mix

Neben dem Meer, dem Hafen und der Promeniermeile bietet die Stadt viele kleine Gassen, die die Altstadt durchziehen. Hier finden sich auch einige spannende Kirchen, u.a. eine armenische Kirche. Die alte Synagoge ist leider nicht mehr zugänglich. Vieles mag dabei noch nicht perfekt herausgeputzt sein, oft bröckeln die Fassaden recht heftig und auch die Gassen selbst sind nicht immer im besten Zustand, aber für mich liegt gerade darin der Charme einer solchen Stadt. Ein absolutes Highlight sind natürlich die gut erhaltenen Ruinen einer alten römischen Badeanlage aus dem 3. Jahrhundert.

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Viele kleine Gassen bestimmen das Stadtbild, man braucht etwas, bis man sich orientieren kann
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Die römischen Thermen (hier die große Thermenanlage, es gibt noch eine zweite, kleine) kann gegen wenige Leva besichtigt werden

Wer noch weiter in der Vergangenheit zurückreisen will, dem kann ich den Steinwald 15 Kilometer westlich der Stadt empfehlen. Hier ragen bis zu sieben Meter hohe Steinformationen in den Himmel, die vor 50 Millionen Jahren entstanden sind. Der Ort ist beeindruckend!

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Der Steinwald lohnt sich für einen kurzen Ausflug aus Varna heraus

Aber es gibt auch jüngere Geschichte zu besichtigen. In Bulgarien finden sich noch etliche Relikte des Sozialismus, was mich als großen Osteuropafreund begeistert. Mein Highlight war das monumentale „Denkmal der bulgarisch-sowjetischen Freundschaft„, das in seinem Beton-Brutalismus völlig aus der Zeit gefallen scheint, aber einen herrlichen Blick über die Meeresbucht um Varna bietet.

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Sozialistische Relikte bestimmen zwar nicht das Stadtbild, aber man findet sie noch, so wie hier das monumentale Denkmal der bulgarisch-sowjetischen Freundschaft

Und natürlich lässt es sich in Bulgarien wunderbar essen und trinken! Überrascht hat mich bulgarischer Wein, aber auch Bierfreunde – vor allem Craft-Beer-Fans – kommen auf ihre Kosten. Mein Tipp für ein gutes Restaurant mit bulgarischer Küche ist das „Stari Chinar“ – es gibt das Lokal gleich dreimal in der Stadt, aber besonders gemütlich sitzt man in den engen Altstadtgassen, dort wo die endlose ulitsa Preslav langsam ausläuft.

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Wer nicht essen gehen will, kann auch einem der vielen Märkte besuchen und eine Kleinigkeit mit zum Strand nehmen

Wer also Osteuropa mag und einen Ort ohne viel westlichen Tourismus erleben möchte, der ist in Varna richtig. Für ein verlängertes Wochenende bietet die Stadt viel Abwechslung und für einen verlängerten Strandurlaub, der nicht am Goldstrand endet, habe ich im nächsten Beitrag einen Tipp – mehr könnt ihr hier lesen.

Kawarna: Jenseits des Goldstrands

Der bulgarische Goldstrand am Schwarzen Meer hat sich mittlerweile den Ruf eines zweiten Ballermanns erarbeitet. Daher wollte ich auf meinem Roadtrip durch Bulgarien diesen Teil der Schwarzmeerküste meiden und suchte von Varna kommend einen etwas ruhigeren Strandabschnitt – und fand ihn in Kawarna.

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Abends wird es ruhig am Strand von Kawarna, der in einer kleinen Bucht liegt

Etwa 10.000 Menschen leben in der Kleinstadt 60 Kilometer nördlich von Varna. Man befindet sich hier also schon fast an der rumänischen Grenze. Der Ort ist keineswegs ein absoluter Geheimtipp, aber man trifft eigentlich keine westlichen Touristen, sondern ausschließlich Einheimische – also genau das, was ich gesucht hatte!

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Am Tag ist es belebter, von westlichen Touristen bleibt man jedoch verschont
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Es empfiehlt sich, eine Liege zu mieten

Kawarna mag keinen riesigen Strand bieten, aber der gut einen Kilometer lange Abschnitt enthält alles, was man für einen kurzen Urlaub braucht: Sand, eine ruhige Bucht, ein oder zwei kleine Bars für eine Erfrischung – und alles ist fußläufig.

Schön ist der Blick auf die Bucht und auf einige im Hafen liegende Fischerboote, die tatsächlich noch genutzt werden. Vom geschützten (und bewachten) Schwimmerbereich zu sehen, wie hundert Meter weiter ein kleiner Kutter einläuft, ist schon besonders!

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Eine große Strandbar bietet alles, um den Tag bei Sonnenschein am Meer zu genießen und sich zwischendurch zu erfrischen

Der Sand ist fein, das Wasser warm und klar, wechselt im tieferen Bereich zu einer leichten Opalfarbe. Und die Atmosphäre hier gibt sich entspannt: Keine Junggesellenabschiede, sondern bulgarische Familien. Und Bulgaren sind – das habe ich auf der gesamten Reise erlebt – unfassbar freundlich und rücksichtsvoll, hier kommt man sich nicht in die Quere, auch wenn die Sonnenliegen durchaus eng stehen. Der größere und schönere Teil des Strandes ist übrigens für Liegen reserviert und es lohnt sich, für 15 Leva (7,5 Euro) zwei Liegen unter einem Bast-Sonnenschirm zu mieten.

Dalboka Muschel Farm Moules Mussels Bulgarien
Die Muschelfarm von Dalboka ist ein Muss!

Man kann am Strand von Kawarna in einer handvoll Restaurants mit direktem Meerblick essen, die bulgarische Küche ist gut, es gibt frischen Fisch und frische Muscheln und arm wird man in Bulgarien dabei auch nicht. Stichwort Muscheln: Unweit von Kawarna befindet sich die international renommierte Muschelfarm „Dalboka“ mit angeschlossenem Restaurant. Auch hier sitzt man malerisch am Meer und bekommt Muscheln aus hauseigener Züchtung. Obwohl nur ca. 5 Kilometer von Kawarna entfernt, empfiehlt sich die Anreise mit dem Auto, denn die Steilküste ist nicht gut begehbar. Mit dem Auto sollte man jedoch weit oberhalb der Muschelfarm parken, der Weg hinunter ist steil, die Straße schlecht und einspurig – wir sahen mehrere gut motorisierte SUVs scheitern…

Muschelfarm Dalboka Strand am Schwarzen Meer Reisetipp Bulgarien Küste Varna Kawarna nicht am Goldstrand
Im Restaurant der Muschelfarm sitzt man direkt am Meer
Strand am Schwarzen Meer Reisetipp Bulgarien Küste Varna Kawarna nicht am Goldstrand Steilküste Nordbulgarien
Der Blick ist ein Traum – aber Achtung, wer die Muschelfarm besucht, muss diese Steilküste hinunter und später wieder hinauf!

Ihr seht, mir hat Kawarna gefallen, aber ich will auch die Nachteile der Stadt nicht verschweigen, denn die muss man kennen, um zu wissen, worauf man sich einlässt: Es gibt keine Direktverbindung zum Flughafen von Varna und auch der ÖPNV ist eher unterentwickelt, es empfiehlt sich also ein Mietwagen. Dazu ist der Strand von Menschenhand gemacht, was der Erholung aber keinen Abbruch tut. Und zu guter Letzt ist die Stadt selbst – nun ja – stark osteuropäisch und besteht fast ausschließlich aus sozialistischen Plattenbauten. Man bemüht sich zwar, mit großflächigen Rock-Graffitis, die den Künstlern des jährlichen Rock-Festivals gewidmet sind, das Stadtbild aufzuhellen, das sorgt jedoch eher für einen absurden Charme.

Rockfestival Kawarna Grafittis
Das Zentrum von Kawarna präsentiert sich sozialistisch, da hilft die coole Rock-Streetart nur begrenzt

Kawarna ist also ein schönes Ziel für einige Tage Strandurlaub, wenn man hinterher weiterziehen möchte. Drei, vier Tage, die kann man hier gut aushalten, vor allem im sehr stabilen bulgarischen Sommer.

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Wer sich auf etwas Reise-Exotik einlässt, der ist in Kawarna auf jeden Fall richtig!

Rijeka: Zwischen Hafenstadt & Adriaperle

Bis auf einen Taubenanschlag von oben hat mich das kroatische Rijeka nicht nur vollauf überzeugt, sondern sogar begeistert! Ja, tatsächlich, Rijeka, die Stadt im Norden Kroatiens, die je nach Zählung den zweit- oder drittgrößten urbanen Raum des Landes bildet. Mit seinem wilden Charme zwischen Hafenflair und Adriaschönheit kann ich euch dieses Reiseziel nur empfehlen. Hier meine Eindrücke und Tipps:

Rijeka Reisetipps Kroatien Hafen
Noble Yachten vor einer prächtigen Hafenpromenade: Rijeka ist eine Reise Wert!

 

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Eine Stadt am Hafen – da liegt immer ein besonderes Flair in der Luft

Zugegeben, ich hatte Rijeka auch nicht unbedingt auf meiner Reiseliste. Aber auf der Suche nach einem sinnvollen Oster-Reiseziel fiel der Blick nach Kroatien. Split und Dubrovnik liegen da natürlich nahe, ich wollte jedoch etwas weniger Touristentrubel. Außerdem stand mir der Sinn nach Stadtleben und die Flüge nach Zagreb waren günstig. Und wenn man schon mal da ist: Ein Blick auf die Karte verriet die Nähe Rijekas zur Hauptstadt – etwa drei Stunden fährt der Bus durch wunderbare Berggipfel – so dass ich mich für einige Tage in der Hafenstadt entschied.

Rijeka zu Ostern ist ein Ort, den man sich bisher weniger mit anderen Touristen teilen muss. Dabei lässt die 130.000-Einwohner-Stadt den Reisenden bereits bei der Ankunft staunen: Wenn der Bus die Nordspitze der dinarischen Alpen überquert, öffnet sich der Blick auf die herrliche Kvarner Bucht, in der Rijeka liegt. Die Stadt zu Füßen, das weite Meer vor sich, dieser Anblick wirkt majestätisch!

Tipps für den Urlaub in Kroatien Reiseblogg Rijeka
Meer und Berge: Hoch oben von der Burg bietet sich ein herrlicher Blick über Rijeka

Natürlich gibt es hier auch die obligatorischen sozialistischen Plattenbauten. Aber diese liegen am Stadtrand, im Zentrum präsentiert sich Rijeka dagegen fast italienisch, mit Gassen und Plätzen und dem Charme südlichen Lebensgefühls.

Kontraste: Rijekas Außenbezirke sind von grauen Betontürmen gesäumt, stören ansonsten die Schönheit der Innenstadt aber wenig

Das wundert nicht, denn Italien ist nah, Trist eine gute Autostunde entfernt. Rijeka steht zu seiner multinationalen, vielnamigen Geschichte: Fiume, St. Veit, Rijeka – italienische, österreichische, kroatische Einflüsse finden hier zusammen. Wie sehr man sich mit der Vergangenheit arrangiert hat, zeigen diese zwei Beispiele:

Sankt Veith Kathedrale Rijeka Reisetipp
Schöne kleine Plätze – wie hier an der St. Veit-Kathedrale – bietet die Innenstadt mehrere

Ich hatte während meines Besuchs das Glück mitzuerleben, wie der alte kuk-Doppeladler wieder auf dem Stadtturm errichtet wurde und wie die Menschen der Stadt in Scharen kamen, das Ereignis zu feiern. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt dagegen Titos alte Yacht fast vergessen im Hafen, soll aber touristisch weitergenutzt werden. Doch, es wirkt, als sähen die Menschen hier die mannigfaltige Vergangenheit ihrer Stadt nicht nationalistisch-verengt, sondern als Bereicherung.

Rijeka Tito Yacht Staatsschiff Jugoslawien
Skurriles Highlight: Titos ehemals prächtige Staatsyacht liegt etwas abseits im industriellen Teil des Hafens

Natürlich, wer nach Rijeka reist, der muss auch das Wilde und Industrielle lieben. Der Hafen grenzt direkt an das Zentrum der Stadt. Mit prächtigen Luxusyachten einerseits und Ladekränen andererseits präsentiert er sich sehr vielfältig.

Hafenkräne und verlassene Hallen: Für mich liegt genau darin das gewisse Etwas dieser Stadt. Und wenn man das Hafengelände nur um wenige hundert Meter verlässt, steht man in kleinen Gassen mit netten Cafés und italienischem Lebensgefühl.

Tipps

Ein paar persönliche Tipps habe ich auf meiner Reise nach Rijeka natürlich auch gesammelt. In einer Hafenstadt – na klar – da kommt Fisch auf den Tisch! Unsere Pensionswirtin empfahl uns das „Na Kantunu“ direkt am Hafen. In diesem Familienbetrieb wird noch selbst gefischt, alles kommt frisch auf den Teller – man sollte sich deshalb nicht davon schrecken lassen, dass der Weg hierher auf den letzten einhundert Metern durch eine etwas dubiose Hafengasse führt.

Rijeka Tea Nightlife
Die Samovar-Bar: Absolut schnuckelig und ein Muss für Tee-Liebhaber

Nach dem Essen solltet ihr dann in die Weinbar „Kod Zajca“ gehen. In diesem beeindruckenden Gewölberaum dekorieren zahllose Weinflaschen die Wände, ihr bekommt eine große Auswahl lokaler Weine (ja, wirklich!) und wer mag auch leckeres kroatisches Craft Beer, dazu werden kleine Aperitivo-Platten gereicht. Wer hier im Sommer außen sitzt, kann zudem auf den beindruckenden Theaterbau blicken.

Für den nachmittäglichen Tee oder Kaffee kann ich euch die kuschelig-verspielte „Samovar-Bar“ mit Teddybären und Plüschkissen rundherum ans Herz legen. Nicht weniger süß – obgleich wirklich klein – ist das Café „Ebba´s Cuisine“ mit wunderbaren Torten im Sortiment.

Tipps für Rijeka
Im „Boonker“ sitz ihr tatsächlich in einem alten Bunker direkt am Hafen und könnt gechillt auf das Wasser blicken

Wer es chilliger sucht, dem würde ich den „Boonker“ empfehlen – die Küche mag das übliche internationale Crossover sein, aber der Blick über den Hafen und das coole Interieur sind auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Unbedingt besuchen muss man in Rijeka auch die Markhallen. Hier findet sich echtes lokales Leben und die kribbelnde Nervosität, die solche Märkte begleitet. Und natürlich ist die Fischhalle ein absolutes Muss! Nur auf Tauben, die hier kreisen und auch – ähm – ab und zu etwas fallen lassen, solltet ihr ein Auge haben, ich spreche da aus Erfahrung.

Rijeka Reisetipps Markthallen Kroatien Urlaub Reiseblog
Die Markthallen solltet ihr unbedingt besuchen!

 

Das Nationaltheater bei Nacht

Ausflüge

Rijeka selbst hat man nach zwei Tagen ausgiebig erforscht, daher bieten sich einige Ausflüge an. Fußläufig zu erreichen ist der „Tsrat“, also die über der Stadt thronende Burg. Man sollte allerdings etwas in Form sein, denn der Weg hierhin führt über steil ansteigende Treppen. Doch er lohnt dreifach – für den Weg, für den Ausblick und für einen guten Drink!

Der Weg zur „Tsrat“ führt steile Treppen hinauf und fordert durchaus, obwohl die Strecke eigentlich nicht lang ist. Vorbei an Villen, die sich an den Hang schmiegen, sowie entlang einer Klosteranlage bietet sich immer wieder ein wunderbarer Ausblick über die Stadt. Hier zeigen sich Rijekas natürliche Kontraste besonders schön: Man blickt einerseits auf schneebedeckte Berggipfel, sieht aber andererseits die blau funkelnde Adria unter sich. Die gut erhaltene Burg selbst lässt sich im Außenbereich kostenlos erkunden. Wer genug gesehen hat, der sollte die Aussicht bei einem Drink genießen. Denn hier oben findet sich endlich einmal keine Burgschänke und kein „Draußen-nur-Kännchen“-Lokal, sondern das absolut coole „Vintage Café„. Die Aussicht und dann ein Aperol Spritz – einfach perfekt!

Neben der Burg ist das Ausflugsziel Rijekas natürlich das Seebad Opatija. Vermutlich ist es bekannter als die Stadt selbst und anders als in Rijeka befindet man sich hier merklich in einem Touristen-Hotspot. Dabei beträgt die Fahrtzeit ab Busbahnhof Rijeka nur ca. 20 Minuten (Bus No. 32, Kosten: 32 Kuna)

Schon der Weg hierher führt vorbei an herrlichen kuk-Villen, das Seebad selbst erschlägt dann mit Habsburger Prunk. Alles wurde wunderbar restauriert, an einer endlosen Promenade kann man am Meer entlang spazieren. Einen Strand gibt es hier zwar nicht, aber etliche Bänke und einige Kieselufer laden zum Verweilen ein. Natürlich ist diese Art von Ort vor allem ein Ziel für ältere Reisende, vornehmlich aus Österreich. Entsprechend hoch ist daher auch die Dichte an Ständen mit typischen Tourismusartikeln. Daher wäre mein Tipp, nicht in Opatija selbst zu wohnen, sondern die Pracht des Ortes von Rijeka aus für einen Tag anzusteuern.

Es lohnt sich also, in Opatija ausgiebig die Promenade entlang zu schlendern, am besten wählt man den Weg zurück Richtung Rijeka bis Volosko. Dieses zu Opatija gehörende Dorf besticht durch wunderschöne enge Gassen, zudem liegt es über Opatija und bietet einen beeindruckenden Blick über die Kvarner Bucht. Mein Tipp ist hier das Café Kaokakao – ein wirklich süßes Lokal und der perfekte Ausklang für den Ausflug.

Ein kleiner Tipp: Das Cafe Kaokakoa
Tipps Urlaub Kroatien Rijeka Opatija
Der Blick über die Kvarner Bucht

Was soll ich noch sagen? Mich hat Rijeka restlos überzeugt. Natürlich, es ist eine kleine Stadt, aber vier oder fünf Tage lassen sich hier wunderbar verbringen. Das Lebensgefühl und die Mischung der Stadt nehmen einfach gefangen. Probiert es doch mal aus!

Wollt ihr noch mehr Bilder aus Rijeka sehen? Dann schaut doch auf meiner Instagram-Seite vorbei, unter #stadtwuchsrijeka seht ihr u.a. den wiedererrichteten kuk-Doppeladler!

Elburg & das Veluwemeer: Natur trifft Hansestadt

Zugegeben, Elburg hätte nie auf meiner Reiseliste gestanden, wäre ich nicht durch eine Dienstreise hierhin gekommen. Dabei bietet die alte Hansestadt am Rande des Veluwemeers eine herrliche Mischung aus Natur und Kleinstadtromantik. Aus dem Westen der Bundesrepublik ist man zudem blitzschnell hier und wer Familie hat, der kommt vollends auf seine Kosten. Hier meine Eindrücke:

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Wassersport trifft Natur

Gänse schnattern, Entenküken schwimmen umher, Schwäne brüten im Schilf: Als ich das Veluwemeer an einem Montag im Mai erreiche, beeindruckt mich zu erst einmal die Natur. Dabei gilt des seeähnliche Gewässer eigentlich als Wassersportparadies, wird gerne von Familien oder Schulklassen angesteuert. Doch in dem nur ca. 80 cm seichten Gewässer harmonieren Natur und Freizeitsport wunderbar miteinander. Überall auf dem See sieht man Windsurfer, Kajaks rudern umher, einige Jugendliche versuchen sich im Stand Up Paddling. Doch die Natur scheint sich davon noch stören zu lassen. Das mag an der Struktur dieses Sees, der nur dem Namen nach ein Meer ist, liegen: Weitestgehend ist er von Schilf bewachsen, Tiere finden Rückzugsmöglichkeiten. Aber es gibt natürlich auch einige Strandabschnitte. Und die Seebewohner haben sich mit den Menschen arrangiert, kommen frech zu den Unterkünften und schauen nach Leckereien. Aber gerade in dieser Mischung liegt der Erholungswert des Sees!

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Herrliche Sonnenuntergänge

Das Veluwemeer (hier der Kartenlink) ist dabei ein Seitenarm des Ijsselmeers. Ganz am Rand führt auch eine Schiffsfahrrinne durch den See, aber diese ist so weit von den Erholungsplätzen entfernt, dass sie nicht stört. Überhaupt: Bei oberschenkelhohem Wasser kann nicht viel passieren, eigentlich der perfekte Ort für Kinder. Zumal es einen großen Bungalowpark direkt am Meer gibt (Links s.u.).

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Einer der kleinen Strände am Veluwemeer. Die Bungalows liegen zum Teil direkt am Wasser
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Sommerfeeling am Ufer

Direkt neben dem See liegt Elburg, die zentrale Stadt am Veluwemeer. Mit dem Rad erreicht man sie in wenigen Minuten. Elburg ist eine Kleinstadt und doch wunderschön: Der Charakter der alten Hansastadt konnte erhalten werden, eine intakte Stadtbefestigung umzieht den Kern, malerische kleine Kopfsteinpflastergassen führen im Schachbrettmuster hindurch, eine Gracht durchzieht die Stadt und ein kleiner Bootshafen rundet das Bild ab. Doch, Elburg ist wirklich ein Kleinod!

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Das alte Stadttor zeugt von der Zeit der Hanse
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Typisch Niederlande: Auch Elburg wird von einer Gracht durchzogen

Natürlich, es sind nur ca. 20.000 Einwohner, die hier leben. Aber wie überall in den Niederlanden habe ich auch hier diese typische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft unserer Nachbarn erlebt. Und auch zum abendlichen Ausgehen bietet der Ort ausreichend Cafés und einige kleine Restaurants. Sicherlich, die Bürgersteige werden hier früher hochgeklappt als in größeren Städten, aber das kulinarische Angebot reicht für diese Art von Urlaub vollauf.

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Im „Aan de Gracht“ könnt ihr einkehren und auf den Wassergraben, der den Stadtkern umgibt, blicken.
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Der Hafen von Elburg

Wem der Sinn nicht nach Wassersport steht, der kann hier natürlich – wie sollte es in den Niederlanden anders sein! – ausgiebig radfahren! Die Radwege sind hervorragend ausgebaut, führen durch Felder oder über die Deiche der verschiedenen Ijsselmeer-Seitenarme, die sich hier treffen.

Manchmal muss also der Zufall helfen, um Neues zu entdecken. Ich auf jeden Fall konnte mich – obwohl beruflich hier und eigentlich eher Großstadtmensch – wunderbar erholen und kann euch eine Reise ans Veluwemeer nur empfehlen!

Hier einige Kontaktadressen:

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Malerische Gassen: Elburg präsentiert sich pitoresk

 

 

 

 

Lucca: In Puccinis Gassen

Oh bella italia! Die Zahl der italienischen Kleinstädte, an die man sein Herz verlieren kann, scheint unbegrenzt. Lucca, das ich euch heute vorstellen möchte, ist genau so eine Stadt:

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Falls Lucca in der Toskana bisher nicht auf eurer Reiseliste stand, solltet ihr das ändern!

Lucca, das ist diese typisch italienische Kleinstadt mit endlos viel Charme und dem Lebensgefühl der Toskana. Mit 90.000 Einwohnern ist die Stadt dabei überschaubar und trotz ihrer Nähe zu Pisa und Florenz fallen die großen Touristenströme hier weniger ein – zum Glück! So kann man kleine Gassen, zahllose Kirchen und weite Plätze ganz in Ruhe entdecken.

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Der berühmteste Sohn der Stadt: Puccini (im Hintergrund das heute zum Museum umgestaltete ehemalige Wohnhaus)

Berühmtester Sohn der Stadt ist sicherlich Giacomo Puccini. Aber Lucca hält sich vornehm zurück, gedenkt dem Komponisten mit einem Museum und einer Statue, aber konzentriert sich keineswegs nur auf den Musiker. Zu Recht, denn auch Puccinis Zeit liegt deutlich später als die Hochphase Luccas im Spätmittelalter.

Von dieser Zeit zeugt in der Stadt noch viel, vor allem die alte Stadtmauer, die Luccas Zentrum gänzlich umschließt. Für Euren Lucca-Besuch lohnt es sich dabei, sowohl auf der breiten Flaniermeile über die Mauer zu schlendern,als auch ins Innere hinab zu steigen: An den Eckpunkten des sternförmigen Festungsbauwerks bieten sich an vielen Stellen Einstiege. Die inneren Wege der Mauer werden dabei teilweise für Kunstinstallationen genutzt und bieten spannende Eindrücke von der Macht dieser Festungsmauer!

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Die alte Mauer umschließt Luccas Zentrum vollständig. Auf der Mauer befindet sich heute ein breiter Spazierweg, den sich Radfahrer und Fußgänger teilen. Auf ihm lässt sich das gesamte Zentrum umrunden.
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Aber auch von Innen solltet ihr die mittelalterliche Stadtmauer erkunden!

Innerhalb der mauerumschlossenen Altstadt liegt Luccas Reiz vor allem darin, durch das pulsierende Leben in den vielen Gassen zu schlendern: Zahllose Geschäfte, Cafés und Plätze laden ein, sich in das geschäftige Treiben des toskanischen Alltags zu stürzen. Dabei wirkt das Zentrum – gerade weil es so gut erhalten ist – riesig. Dennoch lässt sich alles gut fußläufig bewältigen.

Dieses Leben tobt vor allem in den Straßen rund um die Kirche San Michele in Foro und um die Piazza Anfiteatro. Letztere lässt in ihrer Form noch deutlich erkennen, dass hier einmal ein römisches Amphitheater lag, das sich im Mittelalter zu einem Platz wandelte.

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Kirchen werdet ihr in Lucca endlos viele finden
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Das alte Amphitheater wandelte sich im Mittelalter zu einem Platz, ist aber in seiner Struktur noch erkennbar

Neben den Kirchen prägen Türme das Bild der Stadt. Aus jeder Gasse scheint sich ein Blick auf einen neuen, stumpfen Torre zu öffnen. Wahrzeichen der Stadt ist dabei der Torre Giunigi, der durch seinen Baumbewuchs auf der Turmspitze aus der Menge der Türme hervorsticht.

Torre Giunigi Lucca Reisebericht Tipps lohnt sich eine Reise nach Lucca Tagesausflüge von Florenz in die Toskana
Weithin sichtbar ist der Torre Giunigi mit seiner baumbewachsenen Spitze
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Oben vom Turm könnt ihr die ganze Stadt überblicken, der Eintritt kostet ca. 5 Euro

Ich kann euch Lucca also nur ans Herz legen. Natürlich ist die Stadt klein, aber mindestens für einen Tagestrip lohnt sie absolut. Aus Pisa, über das ihr hier lesen könnt, benötigt ihr mit der Bahn nicht einmal dreißig Minuten. Beide Städte könnten dabei ein schöner Ausgangspunkt sein, um von hier die Toskana zu erkunden. Wer es lieber studentisch und etwas abwechslungsreicher im Nachtleben mag, dem würde ich Pisa als Standort empfehlen; wer eher tägliches Treiben genießt und malerische Gassen zu schätzen weiß, der ist in Lucca richtig! Probiert es doch mal aus!

Pisa: Mehr als ein Turm

Pisa – die Kleinstadt in der Toskana steht vor allem für eines: ihren schiefen Turm. Jeder kennt das weltberühmte Wahrzeichen. Auf Instagram finden sich millionenfach Bilder von Touristen, die den Turm perspektivisch wahlweise stützen oder stürzen. Pisa wirkt also auf den ersten Blick wie das klassische Ein-Tages-Ausflugsziel: einmal hin, Turm knipsen und wieder weg. Doch dieser Eindruck täuscht, die toskanische Stadt bietet viel mehr! Warum ihr ein paar Tage länger in Pisa bleiben solltet, das lest ihr hier:

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So kennt man Pisa: Heerscharen an Touristen posieren vor dem schiefen Turm. Aber die Stadt bietet viel mehr!
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Und wenn die Tagestouristen wieder abreisen, dann könnt ihr selbst den schiefen Turm fast für euch haben!

Natürlich, auch ich habe den schiefen Turm besucht. Wer an Feiertagen oder an Wochenenden kommt, den kann schnell der Schlag treffen: Busladungen an Touristen werden vorgefahren. Aber die gute Nachricht: Diese Tagestouristen bleiben auch in direkter Turm-Nähe. Die übrige Stadt präsentiert sich in einer Mischung aus toskanischem und studentischem Charme!

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Nicht nur die Lage am Arno macht Pisa interessant

Am besten erkundet ihr Pisa von der Piazza Garibaldi aus. Dieser kleine Platz liegt direkt gegenüber der mittleren Brücke über den Arno (der Ponte die Mezzo), die Alt- und Neustadt miteinander verbindet. Hier in der Altstadt erstreckt sich auch das typisch italienische Gewirr aus Gassen und Gässchen., durch die man wunderbar schlendern kann.

Umrundet wird dieses Gassennetz von einer völlig intakten Stadtmauer, die die Altstadt im Halbkreis umsäumt und jeweils am Arno endet. Das Dom-Ensemble mit dem schiefen Turm liegt dabei keineswegs zentral, sondern am nordwestlichen Rand der Altstadt. So kann man dem Massentourismus tatsächlich leicht ausweichen.

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Von der Piazza Garibaldi aus lässt sich die Altstadt wunderbar fußläufig erkunden

Von der Piazza Garibaldi durchzieht die Via Giosuè Carducci die Altstadt wie eine Magistrale. Hier tummeln sich die schicken und noblen Geschäfte und Boutiquen ebenso wie viele kleine Cafés. Mein Tipp für einen Kaffee ist das Caffé Settimelli: Außen könnt ihr geschützt von einem Arkadengang dem Treiben auf der Via Giosuè Carducci zuschauen, innen erwartet euch der Charme eines echten Kaffeehauses.

Wer darüber hinaus noch weiter shoppen will, der sollte den Arno überqueren. Denn auch die Neustadt lohnt. Die Via Giosuè Carducci verlängert sich über die mittlere Arnobrücke hinaus zum Corso Italia und reicht bis zum Hauptbahnhof. Auch hier findet sich viel schöne, alte Bausubstanz und ebenfalls geschäftiger Einkaufstrubel. Allerdings könnt ihr hier euren Geldbeuten schonen, denn auf dieser Seite des Flusses findet ihr eher die Geschäfte mit Preisen für Normalsterbliche.

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Das Caffé Settimelli könnt ihr nicht verfehlen: Gönnt euch ein wenig Glanz traditioneller Kaffeekultur!

Wem Einkaufen und das Verweilen beim Caffé nicht genügen, der wird in den Altstadtgassen reichlich andere gastronomische Abwechslung finden: Pisa pulsiert, zeigt sich studentisch und an lauen Abenden flanieren junge Nachtschwärmer durch die Gassen und Bars. Zentrale Anlaufpunkte des Nachtlebens sind die Piazza delle Vettovaglie und das Ufer das Arno. An ersterer tummeln sich zig Bars, fast alle mit Tischen auf dem Platz, der eher einem Innenhof gleicht. Laut und tumultig geht es hier zu – Leben pur! Am Arno treffen sich viele dagegen ganz ungezwungen, um gemeinsam auf der Ufermauer des Arno zu sitzen.

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Sonnenuntergang über dem Arno: Mit einer Flasche Wein und Freunden der perfekte Tagesausklang!

Meine Tipps für das abendliche Treiben sind diese:

  • Falls es etwas schicker werden soll, mit guter Küche, klassisch italienisch und ihr gerne einen Euro mehr für gute Qualität zahlt, denn wird euch die Hosteria da Fermento gefallen. Die Küche setzt hier auf typisch toskanische Gerichte, auch die Weinauswahl lohnt.
  • Wer beim Essen sparen möchte, für den ist die Aperitivo-Traditon in Italien genau richtig. In der Cocktailbar Mani’omio könnt ihr euch am Aperitivo-Buffet bedienen und bekommt außerdem noch wirklich gute Cocktails mit dem besonderen Pfiff.
  • Gute Drinks gibt es auch im Barrique. Das winzige Lokal ist eine Mischung aus Cocktail- und Craft Beer-Bar, dazu die nötige Portion Coolness gepaart mit herrlich antiken Elementen. Eine schöne Mischung, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euch der Sinn nach Cocktails, Wein oder Bier steht.
  • Ich suche immer die Bars, in denen sich die jungen einheimischen treffen. In Pisa ist das sicherlich Bruno Orzo: studentisch, jung, allabendlich gut gefüllt, eine tolle regionale Bierauswahl, eigentlich ein Pub auf italienisch! Eine absolute Empfehlung für den letzten Absacker!
  • Wer vollends in das Thema Craft Beer einsteigen möchte, dem empfehle ich den Torre del Luppolo. Diese Mischung aus Shop und Bar bietet euch ein unfassbar großes Sortiment an Bierspezialitäten aus der Region sowie aus aller Welt. Die Beratung ist ebenfalls gut: Hier sind wirkliche Craft Beer-Geeks am Werk!
  • Wem der Drink ohne Sitzplätze genügt: Die winzige Baribaldi direkt an der Piazza Garibaldi bietet alle Drinks nur außer Haus – aber der Platz bietet Raum genug für einen Drink im Stehen. Allein durch seine „Größe“ ist diese Bar sehenswert!

Bei diesen fünf Tipps müsst ihr übrigens keine weiten Wege fürchten: Pisas Altstadt bietet genau die richtige Mischung, um überschaubar und doch großzügig zu sein. Oder – etwas bildlich gesprochen: Pisa mag klein sein, seine Altstadt ist jedoch groß!

Essen und Trinken Tipps Pisa regional typisch
Empfehlenswerte toskanische Küche: Die Hosteria da Fermento
Good Drinks Pisa studens Craft Beer places to go what to do in Pisa Bar in Pisa
Das Barrique ist klein, bietet aber sowohl gute Cocktails als auch regionale Biere
Tipp Pisa gute Bar good drinks in Pisa students Craft Beer
Im Bruno Orzo geht es jung und studentisch zu
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Take-Away-Drinks in der Baribaldi

Jetzt habt ihr also Pisa erkundet, gut gegessen und getrunken – aber wie verbringt ihr die übrigen Tage? Gar kein Problem, es gibt so viele Ausflusziele, die sich einfach ansteuern lassen! Natürlich ist Florenz nah, aber noch mehr empfehle ich Lucca, das ihr von Pisa in nicht einmal dreißig Minuten für wenige Euro mit dem Regionalzug erreicht. Über Lucca findet ihr hier einen gesonderten Bericht. Oder ihr fahrt ans Meer: Marina di Pisa liegt nur ca. zehn Kilometer von der Stadt entfernt und ist mit dem Bus vom Zentralen Busbahnhof angebunden. Die Busse fahren in der Regel stündlich und benötigen für die Fahrt zum Meer etwa 20 Minuten. Mein Tipp: Rechtzeitig hingehen, der Bus ist bei gutem Wetter gerne völlig überfüllt. First come… Und für den Rückweg darauf einstellen, dass Busfahrpläne nur ein grober Richtwert für die realen Abfahrtzeiten sind. Aber der Weg lohnt!

Marina di Pisa Tipps Reisebericht Pisa
Ab ans Meer: Marina di Pisa erreicht ihr schnell mit dem Bus

Marina die Pisa hat zwar keinen Sandstrand, sondern weiße Kiesel, aber der Yacht-Hafen, die Promenade und überhaupt einfach nur das Meer mit den Alpen im Hintergrund machen es zu einem lohnenden Tagesziel. Ich lasse hier einfach mal die Bilder für sich sprechen:

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Also, Pisa ist ein Reiseziel, das ich nur empfehlen kann. Natürlich sprechen wir hier über eine Kleinstadt und die gesamten Sommerferien sind sicherlich zu lang für eine Reise. Aber drei bis fünf Tage erscheinen mir die perfekte Länge für diese wirklich schöne Stadt zu sein. Und natürlich, ganz um den Dom und den schiefen Turm kommt man nicht herum – aber das sollt ihr ja auch gar nicht: Wer Pisa als Standort wählt, kann ganz außerhalb der Touristenströme zum Wahrzeichen der Stadt gehen, z.B. früh am Morgen oder einfach nachts, wenn der Turm herrlich angestrahlt ist! Es lohnt sich also, die Stadt nicht nur für einen Tag anzusteuern.

Probiert´s einmal aus! Und fragt dann doch nach einem Zimmer im Relais Sassetti: Ein Innenhof wie aus dem Märchenbuch, Zitronenbäume und hauseigene Schildkröten im Garten, eine wunderbar herzliche Gastgeberin und das alles in einer stillen Seitenstraße in der Altstadt. So liebevoll habe ich wirklich selten gewohnt! Aber seht selbst!

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Mein Tipp für die Unterkunft in Pisa: Das B&B Relais Sassetti

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Ein Wochenende in Mons

Mons? Ja, genau, Mons! Die kleine 100.000-Einwohner-Stadt in Belgien kennen auch nach einem Jahr als europäische Kulturhauptstadt 2015 nur wenige. Dabei lohnt sich ein Besuch, denn Mons bietet eine pittoreske Innenstadt, viel Kultur und eine Reihe netter Lokale.

Zugegeben, Mons lag bisher auch nicht zwingend auf meiner Reiseroute. Aber als sich 2016 dem Ende zuneigte und die Silvesterplanungen immer noch in den Sternen standen, entstand der Plan für eine kleine Reise über den Jahreswechsel. Kurzfristige Fahrten – und dann auch noch über Silvester – nach Amsterdam, Brüssel oder in andere Benelux-Zentren kosten aber schnell recht hohe Zimmerpreise und zu teuer sollte der Ausflug auch nicht werden. So stolperten wir zu zweit über Mons, waren angetan von den Bildern im Internet – und auch von der Realität nicht enttäuscht! Deshalb hier sechs Gründe für einen Wochenendtrip nach Mons!

1. Das Gute liegt so nah: Aus dem Rheinland ein Katzensprung

Ich schreibe hier als Bonner und so gilt dieser Grund vor allem für alle, die sich aus dem Raum Köln-Bonn-Düsseldorf oder auch aus Aachen auf den Weg machen. Mit dem Auto sind es (ab Bonn) lediglich 250 Kilometer bis Mons, die man je nach Verkehrslage gut in zwei bis zweieinhalb Stunden bewältigt. Die Strecke führt nicht über den Brüsseler Ring, so dass die Staugefahr gering ist – quasi perfekt für einen Wochenendtrip! Mit der Bahn dauert die Fahrt etwas länger und man muss in Brüssel-Midi umsteigen, aber auch auf diesem Weg dauert die Anreise nur drei Stunden.

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2. Grand Place und mehr: Das malerische Stadtzentrum

Angekommen in Mons überzeugte die beschauliche Stadt vor allem mit ihrem wirklich wunderschönen Stadtkern. Rot geziegelte und von grauem Sandstein eingefasste Häuser säumen die Straßen und bieten ein einheitliches und stimmiges Gefühl industrieller Schönheit aus dem frühen 19. Jahrhundert. Mons lebt dabei von der Harmonie, die das Zentrum ausstrahlt, von seiner Ganzheit und den vielen kleinen Sträßchen, die es zu erkunden gilt. Aber natürlich gibt es daneben auch echte Sehenswürdigkeiten:

Das Highlight schlechthin ist natürlich der Grand Place mit dem opulenten, von bürgerlicher Pracht zeugenden Rathaus. Nur wenige hundert Meter entfernt erreicht man den gut erhaltenen und zum Museum ausgebauten Belfried (Glockenturm) der alten Festungsanlage. Ebenfalls sehenswert ist die gigantisch anmutende Kathedrale Sainte Waudru aus dem 15. Jahrhundert. Dies alles lässt sich problemlos in ein bis zwei Stunden durchwandern – mit entsprechenden Besichtigungen ist ein Nachmittag also gut gefüllt.

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3. Kulturhauptstadt-Flair

Den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ kennt sicherlich nicht jeder und bildet vermutlich auch nicht für jeden einen Grund, eine bestimmte Stadt zu besuchen. Ich finde: Zu Unrecht! Mons z.B. war 2015 europäische Kulturhauptstadt und auch über ein Jahr später prägt dies die Stadt noch. Da wäre zu aller erst die monumentale Installation „The Passenger“ – berühmt wurde die straßenüberspannende Lattenkonstruktion vor allem als sie gleich zweimal zusammenbrach, aber auch heute überdacht die sehenswerte Plastik Teile der Fußgängerzone. Man muss moderne Kunst nicht mögen, aber ein Hingucker und eine Besonderheit ist der „Passenger“ allemal! Gleiches gilt auch für die Pop-Art-Bildergeschichte, die sich durch endlose Fensterfronten im Zentrum zieht – eine spannende Auflockerung im Stadtbild!

Daneben merkt man Mons an, dass der Kulturhauptstadttitel neue Impulse für Tourismus und öffentliches Leben mit sich gebracht hat. Unter Mons2015 wurde zusammengetragen, was die Stadt an Kultur bietet – neben den oben genannten Gebäuden z.B. eine van Gogh-Ausstellung und vor allem eine gute touristische Infrastruktur, also mehrsprachige Reiseführer und vieles mehr. Aber auch das Ausgeh- und Nachtleben scheint von dem Kulturjahr profitiert zu haben.

4. Savoir vivre a la francais

Mons liegt in der Wallonie und damit auch im belgischen Industriegürtel. Es mag widersinnig klingen, aber glücklicherweise merkt man von dieser industriellen Prägung und dem etwas holprigen Strukturwandel der Wallonie in Mons wenig. Ok, in den Außenbezirken ist der Lack etwas ab, aber das Zentrum strahlt herrlich pittoresk. Und obwohl man sich hier nicht in Frankreich befindet, schimmert doch ein wenig französisches savoir vivre durch. Das betrifft einerseits die Sprache – aller Zweisprachigkeit Belgiens zum Trotz kommt man ohne Französisch keinen Schritt weiter – andererseits die gute Qualität der Küche. Aber damit direkt zu Punkt 5…

5. Kulinarisch

Innerhalb des Zentrums, rund um den Grand Place und von diesem abgehend, befindet sich eine ganze Reihe von Lokalen mit lokaler Küche. Stark angepriesen wurden uns La Cinquiéme Saison in der Rue de la Coupe sowie La Table du Boucher in der Rue d’Havré. Für die Silvesternacht war in beiden natürlich kein Tisch mehr zu bekommen und so kehrten wir im La Petite Provence mit Blick auf den Grand Place ein. Die Karte bietet viele Köstlichkeiten der französischen Küche, der Service ist ausgesprochen aufmerksam und schaut auch nicht scheel, wenn der Gast (wie wir) eher mau französisch spricht. Das Lokal bietet neben einem hervorragenden Ausblick ein modernes Flair, verteilt über zwei Etagen und durch offene Ziegelwände leicht mit rustikalem Charme versetzt. Natürlich gilt, dass unsere westlichen Nachbarn immer etwas mehr Geld für ihr Essen ausgeben, aber arm wird man im Petite Provence dennoch nicht. Wir wählten übrigens das Silvestermenu mit einem Carpaccio aus Jakobsmuscheln als Vorspeise, einem Wildschwein-Gulasch im Hauptgang und herrlichem hausgemachten Mocca-Schoko-Eis.

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Wer den Tag vorher noch mit einem Kaffee unterbrechen möchte, dem empfehle ich das kleine, aber sehr feine und wirklich süße MoMa, das Mons Manhattan Coffee, ebenfalls in der Rue de la Coupe. Was nach einer Kette klingen mag, ist in Wahrheit ein sehr individuelles Lokal, das auf kleine Patisserien und vor allem guten Kaffee setzt.

Für den Absacker nach dem Essen möchte ich euch dagegen die Craft Beer-Bar L`Aroma Hops in der parallel zum MoMa gelegenen Rue de la Chef ans Herz legen. Ok, nicht jeder ist so großer Craft-Beer-Fan wie ich, aber die in alten, geziegelten Räumen beherbergte Bar mit langer hölzerner Theke, modernem Industriedesign, einem hippen, auskunftsfreudigem Wirt und vor allem viel gutem Bier wird auch euch gefallen!

6. Unterkunft

Wer isst und trinkt, der will irgendwann dann doch ins Bett. Und da wird jeder – wirklich jeder! – in ganz Mons immer wieder ein Hotel nennen: Das Dream am Rande des Zentrums, das sich in den umgebauten Räumen eines alten Klosters befindet. Wir fanden etwas schade, dass vom alten Klostercharme wenig zu erkennen ist, stattdessen setzt das Innere ganz auf Modernität. Dennoch ist es sicherlich spannend und besonders, hier zu nächtigen. Einige Zimmer haben jedoch nur kleine Fensterluken und bieten wenig Tageslicht – wer das vermeiden möchte, sollte bei der Reservierung darauf hinweisen. Das Hotel bietet auch einen Spa-Bereich, der 45 Minuten kostenlos genutzt oder kostenpflichtig reserviert werden kann.

Kurz und knapp

Was soll ich sagen: Mons war für uns eine positive Überraschung, es bietet einiges an Kultur, schöner Stadtarchitektur und kulinarischen Highlights. Für ein Wochenende ist es damit ein optimales Reiseziel.

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PS: Dem Affen den Kopf zu streicheln soll Glück bringen – versucht es doch mal!

PPS: Sechs Gründe? Ja, wirklich, sechs Gründe. Denn so empfehlenswert Mons für eine Wochenendreise auch ist – auf 10 Gründe bin ich einfach nicht gekommen…

 

 

Stadt der Gegensätze: Riga

Riga, das ist für mich eine zweite Heimat, nachdem ich einige Jahre in dieser wunderschönen Stadt voller Gegensätze leben durfte. Hier ein Reisebericht mit vielen hilfreichen Tipps.

Endlich schreibe ich den langersehnten Bericht über mein Riga! Ich sage bewusst mein Riga, denn zwischen 2004 und 2007 habe ich hier gelebt und gearbeitet, habe viele Freunde dort und reise jedes Jahr zwei- bis dreimal in die Stadt. Ja, Riga ist über die Jahre eine zweite Heimat für mich geworden!

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Riga – wunderschön und voller Gegensätze. Die größte Stadt des Baltikums lohnt sich für einen Besuch!

Riga, das ist eine Stadt der Gegensätze und des Wandels. Wie ein guter Freund sagte, lebe er seit 2003 eigentlich gar nicht in einer Stadt, sondern in mindestens vieren, die sich nacheinander abgelöst hätten und doch immer den gleichen Namen tragen. Als ich selbst 2004 völlig ahnungslos nach Riga kam, war die Stadt noch sehr post-sowjetisch geprägt. Es kamen im gleichen Jahr der EU-Beitritt, die Billigflieger mit vielen, sehr vielen Touristen, später der Euro. Ich muss diesem Bericht also voranstellen: Riga ist schnell- und kurzlebig, alle hier genannten Empfehlungen können heute hipp und morgen bereits verschwunden sein.

Dennoch ist Riga keine hektische Stadt – nicht mehr. Ja, direkt nach dem EU-Beitritt gab es eine hektische Goldgräberstimmung, die sich auf alles niederschlug. Aber das ist vorbei. Heute sehe ich noch immer Wandel und Gegensätze, aber auch sehr viele stille Ecken und liebenswerte Nischen, die ich in diesem Bericht vor allem vorstellen möchte.

 Riga touristisch: Das Zentrum im Überblick

Riga ist heute eine von Touristen stark frequentierte Stadt. Es zieht viele Besucher vor allem in die Altstadt und hier vor allem in einige wenige Straßen, man kann also weiterhin ruhige Rückzugsorte finden.

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Blick vom Basteipark auf die Freiheitsstatue

Die Hauptstraße der Altstadt (lett. Vecriga) ist die Kalku iela, die sich vom Freiheitsdenkmal bis zum Fluss Daugava (dt. Düna) streckt. Hier reiht sich Restaurant an Bar und Café, besonders belebt ist der Livenplatz (Livu laukums). Allerdings sind die Lokale hier aus meiner Sicht reichlich austauschbar, empfehlen würde ich lediglich das traditionelle russische Gericht Pelmeni – gefüllte Teigtaschen – die es im Pelmeni XL an der Kalku 10 gibt. Hier befindet man sich zwar an der Hauptmeile, betritt im Inneren jedoch einen kleinen Schnellimbiss, der an die 90er Jahre erinnert und Teigtaschen mit endlos vielen Füllungen im Selbstbedienungsstil bietet.

Essen und trinken in Riga Tipp Pelmeni Stadtreisen Riga Resebericht
Für wenig Geld pappsatt: Pelmeni haben Tradition und sind lecker

Neben der Kalku – und auch der Bernsteinstände dort – würde ich auch die sehr touristischen Straßen Skunu-, Skarnu- und Valnu iela meiden. Oder besser: Einmal anschauen – die Gebäude rechts und links sind toll! -, aber zum Verweilen lieber schnell weiter. Für russischsprechende Theaterfreunde lohnt jedoch das Krievu teatris (Russisches Theater) an der Kalku etwa dem Pelmeni-Haus gegenüber; es genießt einen sehr guten Ruf und befindet sich in einem unbedingt sehenswerten Jugendstil-Prachtbau.

Am Ende der Kalku stößt man auf das Schwarzhäupter-Haus, im Mittelalter der Sitz derjenigen jungen Männer (in voller Haarpracht, daher der Name), die noch keinen Zugang zur Gilde hatte. Die große und die kleine Gilde beherbergen heute Konzertsäle und befinden sich in der Amatu iela, die man vom Livu laukums erreicht. Unweit davon befinden sich auch die sogenannten „Drei Brüder„, drei recht windschiefe Häuser aus dem Mittelalter in der Maza pils iela (Kleine Schlossstraße), die ein Gefühl für das mittelalterliche Riga bieten. Auch das Schloss ist sehenswert. Allerdings sind alle hier genannten Gebäude nicht oder nur in kleinen Teilen von innen zu besichtigen. Anders der Dom. Dieser kann vollständig besichtig werden. Auf dem Domplatz (Doma laukums) sind übrigens noch die Umrisse alter Häuser zu erkennen, die in den 1930ern weichen mussten, als sich die erste Republik mehr repräsentative Plätze wünschte. Mein Tipp hier ist das kleine Café „13 kresli“ (dt. 13 Stühle), dessen Nomen sein Omen ist: klein, aber charmant! Auch ein Besuch der Peterskirche unweit des Schwarzhäupterhaus lohnt, und zwar vor allem für eine Fahrtstuhlfahrt auf den Turm der Petera baznica (Peterskirche). Man überblickt von hier wunderbar die gesamte Altstadt!

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Wunderschön gelegen und doch etwas versteckt, der Biergarten Labais krasts neben der Anglikanischen Kirche

Altriga: Essen und trinken abseits der Massen

Wer in Vecriga ruhige Ecken sucht, dem empfehle ich den Biergarten Labais Krasts (dt.: Das rechte/ gute Ufer). Man erreicht ihn über die sehr kleine Anglikanu iela, die eine sehenswerte anglikanische Kirche beherbergt, und man hat von hier einen schönen Blick über die Daugava. Wenige Touristen verirren sich hierhin, es gibt traditionelle Kleinigkeiten zu essen (Schaschlick) und einige lettische Biere. Im Winter ist der Biergarten jedoch geschlossen.

Unweit vom Schloss und den „Drei Brüdern“ befindet sich die kleine Kneipe „Aptieka“ (Maza Miesnieku iela), die sich trotz Altstadtlage einen studentischen Charme bewahrt hat und wenig von Touristen aufgesucht wird.

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Ein kleiner Geheimtipp im Zentrum: Die im Stil einer Apotheke „Aptieka“ eingerichtete Bar

Zwei sehr klassische Lokale für Kneipenfreunde sind auch die Hanza bars (Kaleju iela, neuerdings Aka Bars) und das Runcis direkt im Konventshof (dem ältesten Teil der Stadt, ganz nah befindet sich hier auch eine Skulptur der Bremer Stadtmusikanten unterhalb der Peterskirche). Beide Lokale liegen nur wenige Meter neben den Touristenströmen, bestehen aber für lettische Verhältnisse eine Ewigkeit, nämlich seit den 80ern bzw. 90ern und haben sich authentischen Charme bewahrt.

Gleiches gilt für die „I love you Bar“ unweit vom Schwedentor (Aldaru iela), auch hier treffen sich unverändert die jungen Letten.

Für den kleinen Hunger zwischendurch sollte man unbedingt im „Vilhelms“ einkehren, einem Pfannkuchenhaus mit der typischen Selbstbedienung, in dem es zig verschieden gefüllte Pfannkuchen gibt und man für 3,- Euro mehr als satt wird.

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Unbedingt ausprobieren: Das Pfannkuchenhaus

Rigas Altstadt präsentiert sich übrigens im Sommer fast südländisch, man kann überall draußen sitzen und bei einem Drink die prachtvollen Gebäude ringsherum bewundern. Das hat auf jeden Fall Charme!

Rigas Neustadt: Die andere Seite einer Stadt

Das stille, nette und alternativere Riga beginnt direkt am Freiheitsdenkmal, das an der Schnittstelle zwischen Kalku iela und Brivibas iela im Bastionspark (Bastejkalna parks) Altstadt und Neustadt trennt. Das Denkmal stammt aus der ersten lettischen Republik, die Frauenfigur (Milda) hält drei Sterne, die für die drei ursprünglichen lettischen Provinzen Livland, Kurland und Latgalle stehen. Der Bastionspark befindet sich übrigens auf der Fläche der ehemaligen Stadtwehranlage, hier kann man wunderbar schlendern.

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Blick vom Hotel Radisson auf die große orthodoxe Kathedrale. Im obersten Stock des Hotels befindet sich eine nette Sky-Bar.

Hinter dem Freiheitsdenkmal beginnt die Brivibas iela. Sie ist laut und hektisch, die Seitenstraßen bieten jedoch mehr Ruhe. Ich empfehle, der Brivibas dennoch gute zwei Kilometer zu folgen. So passiert man sowohl die große orthodoxe Kathedrale und an der Ecke zur Blaumana iela die kleinere, aber nicht weniger schöne orthodoxe Alexander-Nevsky-Kirche. Später kreuzt die Gertrudes iela und erblickt links die wunderschöne Gertrudenkirche. Vor allem bei den orthodoxen Kirche lohnt der Blick ins Innere sehr; beim Verlassen der Kirche ist es orthodoxe Tradition, den reichlich wartenden Bedürftigen eine kleine Spende zu geben.

Im weiteren Verlauf der Brivibas erreicht man an der Ecke zur Stabu iela das Sture Maja, das Eckhaus, das der sowjetischen Geheimpolizei als Sitz diente. Seitdem Riga 2014 europäische Kulturhauptstadt war, kann es besichtigt werden – in diesen Teil der Vergangenheit sollte man auf jeden Fall eintauchen. Das Haus wurde mittlerweile außen wieder in den Originalfarben aus vorsowjetischer Zeit gestrichen, es könnte also bald eine Umnutzung erfahren.

An dieser Stelle bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder schlendert man nun durch die rechts und links liegenden kleineren Straßen zurück Richtung Zentrum. Ich empfehle vor allem die Gertrudes iela, die Terbetas iela und die Baronas iela. Hier gibt es überall kleine Geschäfte und Cafés, von denen ich einige weiter unten vorstellen möchte. Dieser Weg führt fast zwangsläufig zum unteren Teil der Dzirnavu iela. Wer das alte, unrenovierte Riga erleben möchte, der wird sich hier zwischen verwitterten Holzhäusern wohl fühlen. Riga ist bekannt für seine Holzarchitektur, an dieser Stelle grenzt sie zudem an Jugendstilstraßen rund um Alberta iela und Elizabetes iela. Der Jugendstil ist natürlich einer der must-see-Spots in Riga, aber er ist mittlerweile derart überlaufen, dass ich ihn lediglich kurz passieren würde. Wer an dieser Stelle Hunger bekommt, dem rate ich von den auf art-nouveau getrimmten Cafés hier ab, sondern empfehle die kleine, sehr authentische Pizzeria „Piranha Pica“ an der Ecke Dzirnavu iela/ Strelnieku iela. Sie wird von einem lettischen Kite-Surf-Paar betrieben und bietet eine hippe Alternative zum touristischen Massenkonsum.

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In der Neustadt – lett. Centrs – findet man viele charmante, nicht perfekt renovierte Häuser und Innenhöfe

Aber vielleicht wollt ihr vom Sture Maja am oberen Ende der Brivibas ja noch gar nicht zurück ins Zentrum. Denn von hier erreicht man auch schnell die Miera iela, die Friedensstraße, in der sich in jüngster Zeit ebenfalls viele kleine Lokale angesiedelt haben und man außerdem das Werk und Museum der lettischen Schokoladenmarke Laima („Glück“) findet. Allerdings hat sich bisher eher das untere, nahe an der Brivibas gelegene Ende der Miera iela zum Hotspot entwickelt, aber man merkt, dass hier junge und alternative Letten zusammenkommen. Wirklich sehr süß ist hier das kleine Café Miera! Die Miera iela ist bei weitem noch nicht vom Renovierungswahn erfasst und so begegnet man hier auch noch dem Riga, wie es in den 90ern einmal war, mit vielen Prachthäusern mit abblätterndem Charme.

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Ein kleines Juwel: Der Liele Kapi mit seinen verwitterten Grabmonumenten.

Und am Ende der Miera-iela wartet ein kleines Juwel, das selbst viele Rigenser nicht kennen: Der Liele kapi (Großer Friedhof). Hier finden sich prächtige Grabmonumente aus dem 19. Jahrhundert, allerdings extrem verwildert, da der Friedhof in den Jahren der Sowjetzeit bewusst vernachlässigt wurde und seither im Dornröschenschlaf liegt. Hier fühlt man sie noch, die multiethnische lettisch-estnisch-russisch-jüdisch-deutsche Geschichte Rigas! Für mich ist dieser Ort einer der schönsten und besonders verwunschenen in ganz Riga! Für den Rückweg empfehle ich die Straßenbahn (Tram 11 Richtung Zentrum).

Essen und Trinken: Meine Tipps für die Neustadt

Da wäre zu erst einmal Robert´s Books, eine Mischung aus Café und Second-Hand-Buchladen in der Dzirnavu iela Ecke Skolas. Bei gutem Wetter sitzt man geschützt in einem kleinen Innenhof, bei schlechtem innen in individuellen Sesseln aus Großmutters Zeit zwischen endlosen Bücherreihen. Hier geht es zur Homepage und hier zum Kartenlink.

Ganz in der Nähe findet sich ein echtes Highlight der lettischen Küche, das Fazenda. Ich habe selten irgendwo so gut gegessen wir hier! Die Küche setzt vollkommen auf lettische Gerichte, interpretiert diese aber modern. Während lettische Küche andernorts viel zu oft aus gedämpften Kohlgerichten und großen Fleischportionen besteht, wird im Fazenda mit viel Liebe und gutem Geschmack alles etwas leichter aufbereitet und natürlich zu 100% handgemacht. Das Lokal befindet sich in einem alten Holzhaus, dessen einzelne Zimmer erhalten blieben und individuell eingerichtet wurden, man fühlt sich also ein wenig wie in einem alten Landhaus. Es gibt mittlerweile mehrere Zweigstellen, die von mir beschriebene liegt in der Baznicas iela, hier der Kartenlink und die Homepage!

Apropros Zweigstellen: In Lettland ist eigentlich alles eine Kette, nur halt eine lettische. Wenn ein kleines lokal läuft, wird ein zweites und drittes eröffnet, bis der Hype wieder abflaut…

Natürlich wollt ihr euch auch ins Nachtleben stürzen. Die Club-Szene in Riga spaltet sich allerdings in zwei Hälften: Eine virale und sehr dance-lastige russische und eine eher folkloristisch angehauchte lettische. Für erstere könntet ihr ins La Rocca an der Brivibas iela gehen, für letztere ins Depo oder die Ala-Bar im Zentrum. Aber Achtung, auch wenn es wie ein Klischee klingt – die russisch besetzten Clubs stehen oft nicht im besten Ruf und Streitereien sind keine Seltenheit. Die lettischen Tanzlokale sind dagegen wirklich gemütlich.

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Zurzeit ein absoluter Hotspot: Das Chomsky

Mich zieht es ja eher dorthin, wo man gemütlich seinen Drink bekommt und die Location cool ist. In Lettland hat sich zuletzt eine unglaublich virale Bierszene entwickelt und über lettisches Craft-Beer hatte ich ja schon in meinem zweiten Blog  We love Pubs etwas geschrieben. Wer besondere Biere zu schätzen weiß, der sollte in die winzig kleine Alus Muiza gehen, in der sich auf maximal 20qm neben zwei Tischen vor allem eine Batterie an Zapfhähnen mit kleinen lettischen Bieren befindet. Zugegeben, dieses Lokal ist etwas für Bier-Verrückte. Das folgende Lokal ist jedoch eine Empfehlung für Bier-Fans und zugleich ein Must-See-Place in Riga für jeden: Über die Miera iela erreicht man ein altes Fabrikgelände, das heute einige Clubs, Streetfood-Stände und vor allem die Labietis-Brauerei beherbergt. Das Gelände an sich ist ein echter Hingucker und die Brauerei produziert alles vor Ort in einer gläsernen Manufaktur. Wem das Bier zu viel wird, der holt sich auf dem Gelände einen Burger oder geht tanzen, z.B. im Piens (dt.: Milch, einem Club in einer alten Milchhalle des Marktes, der sich hier auch einmal befand). Wenn Riga z.Zt. einen Hotspot und Place-to-be hat, dann ist er hier!

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Lohnt auch für die, die weniger Bierfans sind: Die Craft Beer Brauerei Labietis macht tolles Bier und befindet sich auf einem alten Fabrikgelände.

Falls ihr das coole, hippe und alternative Riga sucht, dann werdet ihr unweigerlich über das KKC, das Kanapes Kulturas Centrs, stolpern, das in einem alten Holzhaus der Vorreiter vieler neuer alternativer Läden war, heute jedoch in jedem Reiseführer steht. Sehenswert ist es trotzdem. Deutlich alternativer und von Touristen verschont ist jedoch das Chomsky, für das man sich etwas an den Rand der Neustadt bewegen muss. Für mich das coolste Lokal der Stadt, trifft sich hier in einem notdürftig renoviertem Haus der 20er das junge Riga und feiert in leicht morbidem Charme. (Ergänzung: Im Frühjahr 2017 ist das Chomsky in neue Räume in der Dzirnavu iela 82 umgezogen)

Falls ihr lieber Wein trinkt und es weniger morbid mögt, habe ich aber auch eine Empfehlung für euch: Gegenüber dem mit Preisen überhäuften Jaunais Rigas Teatris (dem Jungen Theater Riga) befindet sich in der Lacplesa iela die Teatra bars. In einem kleinen Souterrain sitz man hier recht gediegen zwischen schwarz-weiß-Bildern alter Theaterstarts und trifft ab und an auch die Künstler aus dem Theater.

Riga grün: Parks und mehr

Oben empfahl ich die Miera iela. Wer von hier noch weiter ins Grüne möchte, kann mit der zuvor genannten Tram 11 stadtauswärts zum Mezaparks fahren (Waldpark, dt. ehemals Kaiserwald, der Tramhalt heißt ebenfalls Mezaparks). Hier liegt nicht nur der Rigaer Zoo, sondern auch ein großes Waldgebiet am großen Kizezers-See mit diversen Freizeitattraktionen. Wer anschließend zwei Stationen zu Fuß an den Tramschienen zurückgeht, erhält außerdem einen Einblick in das Riga der Superreichen und der Botschafter, deren Villen sich rechts und links finden. Ab der Hamburgas iela sollte man aber wieder die Bahn zurück nehmen.

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Blick über den Kisezers im Mezapark

 

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Typische Holzvilla im Mezapark

Auf dem Rückweg lohnt für Geschichtsinteressierte ein kurzer Stopp am Bralu kapi (Brüderfriedhof), auf dem der Gefallenen des Ersten Weltkriegs und den Kämpfern für die erste Unabhängigkeit Lettlands gedacht wird. Der Ort ist still und zeigt Gedenken in monumentaler Form. Um die Gedenkstätte zu erreichen, muss man von der Tramstation gute 200m die Aizsaules iela hinaufgehen. Um den Bralu kapi herum befinden sich weitere Friedhöfe, von denen einer aus meiner Sicht besuchenswert ist, nämlich der muslimische Friedhof (Muselmanu kapi); hier liegen Muslime, die in der Sowjetzeit aus den islamischen Provinzen Russlands den Weg nach Riga gefunden haben, gerade heutzutage ist dieser Ort Zeichen für Vielfalt und Normalität zugleich. Auch der kleine Blumenmarkt hier ist sehenswert.

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Gerade heute aktuell: Der alte islamische Friedhof neben dem Bralu kapi

Wer es im Zentrum von Riga etwas näher, aber dennoch grün und ruhig finden möchte, dem empfehle ich zwei Orte: Über die jugendstilgeprägte Elizabetes iela erreicht man die Halbinsel Andrejsala am Yachthafen. Hier finden sich einige kleine Lokale und man blickt wunderschön auf die Daugava und die einlaufenden Boote, ohne dass sich hierhin viele Gäste verirren. Vor allem im Bustourant (ja, wirklich!) „Ticket to Heaven“ sitzt man herrlich auf Sofas, die alle direkt auf den Fluss ausgerichtet sind! (Anmerkung: Das Bustourant wurde 2017 geschlossen, auf der neuen „Muuse Terase“ ist der Blick aber identisch schön).

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Stadt der Ideen: Das Bustourant
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… mit einem herrlichen Blick über den Yachthafen!

Wer dagegen direkt von der Altstadt aus etwas Ruhe sucht, der sollte die Akmens tilts (Steinbrücke) überqueren. Auch hier ragt eine Halbinsel in den Fluss und man bekommt einen unbeschreiblichen Blick auf die Altstadt! Auf einem Boot am Ufer der Insel gibt es neuerdings ein kleines Kunstcafé, das Noass.

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Von der Daugava-Insel bietet sich ein toller Blick über die Altstadt

Riga typisch: Echt lettisches!

Riga, dass heißt faktisch zwei Sprachen, das heißt alt trifft auf neu, das heißt pulsierende Modernität ebenso wie vergangene Zeiten und Ostalgie. Aber ein paar Dinge, Orte und Eigenschaften in Riga sind dann doch ganz besonders lettisch:

Da wäre allen voran der Balzams, der lettische Kräuterlikör mit geheimem Rezept. Man liebt oder hasst ihn, probieren sollte man das schwarze, zähflüssige Getränk aber auf jeden Fall! Im Winter wird er gerne mit heißem Johannesbeersaft (Rupenu sula) getrunken, eine Art lettischer Glühwein.

Aber es gibt eine Reihe weiterer echt lettischer Produkte, die in der Regel in Riga ihren Ausgangspunkt nehmen. Da wäre die Parfummarke Dzintari, die sich in der Sowjet-Ära großer Beleibtheit erfreute, aber heute ganz modern aufgestellt ist. Wirklich gute Produkte mit sehr hoher Qualität bietet auch die lettische Seifen- und Kosmetikfirma Stenders. Oder die Plätzchenfirma Staburadze, die Vodka-Marke Stolichnaja (ja, es gibt einen lettischen Zweig, die Firma wurde einst geteilt!) und natürlich die echte Laima Schokolade, deren mannshohe Uhr im Zentrum zu den Wahrzeichen der Stadt gehört. Die Uhr unweit des Freiheitsdenkmals dient jungen Paaren als beleibter Treffpunkt.

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Die Laima-Uhr: Wahrzeichen und Treffpunkt junger Paare, gelegen zwischen Freiheitsdenkmal und beginnender Kalku iela

Für die durstigen empfehle ich, im Double Coffee einzukehren, das eine Art lettisches Starbucks ist und seit den 1990er Jahren überall in der Stadt mehrere Filialen betreibt. Absolut archetypisch lettisch ist auch die Restaurantkette Lido, die bereits seit 1987 marktwirtschaftlich arbeitet und  mehrere hölzern-bäuerlich angehauchte Selbstbedienungsrestaurants in ganz Riga betreibt. Was für Deutsche vielleicht sonderbar klingt, ist in Lettland üblich und wird auch in vielen kleinen Mensen (ednica) in der Stadt betrieben: Man nimmt sich von einem reichhaltigen Buffet. Lido betreibt am Rande der Moskauer Vorstadt außerdem eine Art Vergnügungspark mit Restaurantbetrieb, der unbedingt besuchenswert ist! Hier der Kartenlink sowie ein Link zu einem zentraler gelegenen Lido, dem Alus Seta in der Altstadt. Ach ja, bitte nicht wundern: Typisch lettisch ist es auch, dass in dieser Form des Selbstbedienungsrestaurants jede Scheibe Brot einzeln abgerechnet wird.

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Blumenmarkt an der Terbetas iela

Ganz typisch für Lettland ist auch die Liebe zu Blumen, die zu allen Anlässen reichlich verschenkt werden. Sehenswert ist deshalb auch der Blumenmarkt am unteren, zum Zentrum gelegenen Teil der Terbetas iela. Aber auch auf dem Zentralmarkt gibt es eine ganze Ecke nur mit Blumenständen.

Stichwort Zentralmarkt (Centraltirgus), auch dieser ist für mich typisch Riga. Natürlich finden sich derartige Märkte in vielen Ländern, aber der Rigenser Markt ist wirklich riesig und die fünf alten Zeppelinhallen mit thematisch sortieren Angeboten (Fleisch, Fisch, Gemüse, Milchprodukte, Diverses) sind beeindruckend. Hier gibt es alles zu kaufen, alles frisch, alles markttypisch angeboten.

Der Markt ist heute vor allem russischsprachige Domäne und natürlich hat das Russische überall in Riga seine Spuren hinterlassen. So kommt es, dass die gefüllten Teigtaschen namens Pelmeni, Tomatensaft und frittiertes Knoblauchbrot zum Bier heute auch typisch lettisch sind – probiert vor allem das Brot, das kiploku maize, einmal, ihr werdet es in fast jedem Lokal bekommen!

Stichwort russisches Riga. Natürlich findet man noch vielerorts sowjetische Relikte. Auch diese möchte ich kurz vorstellen. Um den Einstieg zu erleichtern, stelle ich ein paar Eckdaten zur lettischen Geschichte voran – ich bin nun einmal Historiker, ich kann nicht anders!

Riga historisch – ein kurzer Überblick

Natürlich sieht man im Stadtkern Rigas noch immer die Spuren der alten, 1201 von Bischof Adalbert von Bremen gegründeten mittelalterlichen Stadt, dem heutigen Vecriga (Altriga). Aber für den Alltag der Rigenser hat diese Zeit ihre Bedeutung verloren und wie oben dargestellt ist die Altstadt heute vor allem touristisches Zentrum.

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Typische Altstadtstraße in Vecriga.

Im Mittelpunkt steht heute viel zu oft das Verhältnis zu Russland. 1710 fiel das alte Herzogtum Kurland im Großen Nordischen Krieg des Zaren gegen Schweden erstmalig an das russische Reich. Es ist wichtig zu wissen, dass diese fast zweihundert Jahre russischer Zarenherrschaft bis zum Ersten Weltkrieg zwar Spuren in der Stadt hinterließen, allen voran die große orthodoxe Kathedrale im Zentrum, aber ansonsten kaum zu einer Russifizierung der Stadt führten. Diese blieb multiethnisch, teils lettisch, teils deutsch-baltisch, teils russisch, teils jüdisch und auch ein wenig estnisch. In den Wirren nach Ende des Ersten Weltkriegs konnte dann die Unabhängigkeit vom zerbrechenden Zarenreich durchgesetzt werden. Der 4. Mai wird als Unabhängigkeitstag dieser ersten lettischen Republik gefeiert.

Vom multiethnischen Riga ist heute nicht mehr viel zu spüren, das 20. Jahrhundert hat die Stadt zu einer duo-ethnischen gewandelt. Der Zweite Weltkrieg brachte erst russische Rotarmisten als Besatzer, dann die deutsche Wehrmacht und letztendlich wieder eine sowjetische Herrschaft. Diese und die folgende Zeit werden in der lettischen Öffentlichkeit bis heute heftig diskutiert. Die Fragen nach Okkupation, Kollaboration mit Nazis oder Rotarmisten sowie die massenhaften Deportationen befinden sich auch im dritten Jahrzehnt in einer Phase der Aufarbeitung. Fakt ist aber, dass die vier Jahrzehnte sowjetischer Herrschaft nach 1944 hunderttausende russischsprachige Einwohner in die Stadt spülten – übrigens durchaus oft gegen deren Willen. Diktaturen fragen nicht lange.

Obgleich Lettisch als Sprache nie unterdrückt war, wurzelt hier die heute überall zu hörende faktische Zweisprachigkeit der Stadt. Politisch ist es keine – und man muss die Letten hier vielleicht verstehen, zu tief sitzt die Erinnerung an hunderttausende Deportierte in der Sowjetdiktatur.

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Ab und zu sieht man noch die Überbleibsel der sowjetischen Jahre, wie hier ein zweisprachiges Straßenschild in Jurmala

In den 1980ern begann eine Nationalbeweggung zu erstarken, die Letten nennen diese Zeit Atmoda (Erwachen), sie mündete in der 1991 wiedererlangten Unabhängigkeit. Für diese ist der 18. November Nationalfeiertag. Als eines der ersten Gesetze legte die unabhängige Regierung die Staatsbürgerschaft so fest, dass nur Staatsbürger sei, wessen Familie bereits vor 1937 in Lettland gelebt habe, also vor allen Okkupationen. Die Atmoda ist heute noch allgegenwärtig, selbst junge Menschen hören in (lettisch geprägten) Clubs die oft politisch motivierten Lieder der 80er, die ein wenig nach Neuer Deutscher Welle klingen.

Russisch und Lettisch sind übrigens keine verwandten Sprachen und auch kulturell stehen sich die Gruppen trotz gemeinsamer Sowjetzeit fern (Das Lettische ist lediglich mit dem Litauischen verwandt). Ein Freund sagte es einmal so: Die erzwungene Masseneinwanderung in der Sowjetzeit habe völlige Gegensätze zusammengebracht, es sei  „als hätte man Italiener und Finnen zusammen leben lassen“.

Riga ostalgisch – Spuren der Sowjetzeit

Wer durch das Zentrum schlendert, der wird zuerst einmal auf den Platz der Roten Schützen und die dortige rot-marmorne Statue aufmerksam werden, die an die lettischen Kommunisten erinnert, die für die erste Unabhängigkeit 1918 eingetreten sind (unter vielen anderen Gruppen, wohlgemerkt). Direkt hinter ihr steht das unbedingt besuchenswerte Okkupationsmuseum, das die Jahre zwischen Zweitem Weltkrieg und zweiter Unabhängigkeit kurz, aber eindrucksvoll zusammenfasst. Ein Besuch dauert eigentlich nicht länger als 1 1/2 Stunden, der Eintritt ist frei. Der Bau war übrigens ursprünglich ein Lenin-Museum und auf dem umgebenden Platz fanden die großen sozialistischen Aufmärsche statt. Die Außenplatten des Baus bestehen aus ursprünglich rotem Kupfer und es passt zur Umwidmung, dass diese Symbolfarbe mittlerweile ins Tiefschwarze korrodiert ist (Hinweis: Stand Oktober 2016 wird das Okkupationsmusum renoviert und ist z.Zt. geschlossen, soll aber wieder eröffnet werden).

Natürlich gibt es in Riga auch die alten Wohnblöcke aus sowjetischer Zeit. Wer diese sehen will, nimmt am besten den 15. Trollybus (unten mehr zum ÖPNV) ab der Lettischen Universität (Latvijas Universitate, Arhitektu iela). Dieser fährt ab hier nur in eine Richtung und bringt die Fahrgäste in die Siedlungen der sogenannten Chrustschowkas der 50er-Jahre, jenen geziegelten Vorläufern der Plattenbauten. Der Stadtteil heißt Moskauer Vorstadt und genießt nicht den besten Ruf, aber sorgen muss sich dennoch niemand. Die Fahrt hierhin lohnt auch deshalb, da der 15. Trolly über den Markt durch edle Gründerzeithäuser und alte Holzhäuser bis zu den Chrustschowkas einen Eindruck von der Vielfalt Rigas bietet.

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Die Akademie der Wissenschaften in der Moskauer Vorstadt

In der Moskauer Vorstadt direkt hinter dem Markt befindet sich auch die Akademie der Wissenschaften. Der große Stufenturm in Stalinbarock ähnelt den baugleichen Türmen in Moskau und anderswo und ist sehenswert, für eine gute Aussicht sollte man jedoch lieber auf den Fernsehturm aus sowjetischer Zeit steigen. Hier befindet man sich auf der höchsten Aussichtsplattform Rigas (es gibt zwei: 97m & 137m) und kann die ganze Stadt überblicken. Man erreicht die Insel, die den Turm beherbergt, mit dem 20. Trollybus, der ebenfalls ab dem oben genannten Hauptgebäude der Latvijas Universitate fährt. Besagte Insel Zakusala war übrigens bis zum Bau des Fernsehturms bewohnt. Da der Turm jedoch als strategisch wichtiges Gebäude im Falle innerer Unruhen galt, erzwang die Moskauer Zentralmacht in den frühen 1980ern die Umsiedlung der Bewohner.

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Auf der Kipsala wurde früher Gips hergestellt, heute lohnt sie für Spaziergänge mit Blick auf die Altstadt.

Neben diesen großen Marksteinen der sowjetischen Jahre gibt es viele kleinere im Stadtbild, die hier den Rahmen sprengen.

Riga am Meer: Jurmala!

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Riga bietet einen wirklich schönen Strand!

Aber natürlich wollt ihr ans Meer und das Meer ist ja auch ganz typisch für Riga! Jurmala, das ehemalige „Riga-Strand“, ist heute zwar verwaltungstechnisch eine eigene Stadt, befindet sich aber nur eine halbstündige Zugfahrt von Riga entfernt. Ab dem riesigen, aber wenig frequentierten Hauptbahnhof (Centrala Stacija) kostet die Fahrt 1,50 Euro pro Weg, das Ticket erhält man in der zentralen Schalterhalle. Um an den Strand zu gelangen, steigt man in Bulduri, Dzintari oder Majori aus, letzteres ist der Hauptort des aus kleinen Dörfern zusammengesetzten Jurmala.

Der Strand wird euch begeistern! Er ist 25 Kilometer (!) lang und besteht wirklich aus schönem hellen Sand! Hohe Kiefern wachsen direkt bis an den vielleicht 100m breiten Sandstreifen, die Lage in der Rigaer Bucht sorgt für eine geschützte und milde Witterung.

Natürlich ist die Ostsee nicht das Mittelmeer und die Sommer sind kurz. Dennoch habe ich schon etliche Sonnentage bei deutlich über 30 Grad hier am Meer verbracht. Und auch wenn das Thermometer auf 22 Grad fällt,  zieht es noch Badende ins Meer, das lange nur flach abfällt, so dass man weit hineingehen und problemlos stehen kann. Das alles sorgt für echtes Sommer-Feeling, obwohl die Strände hier natürlich alles andere als einsam sind. Vor allem Majori ist gut gefüllt; wer es stiller mag, sollte den Zug bereits in Dubulti verlassen!

Wer etwas Komfort sucht, bekommt am Strand alle paar Meter Strandliegen und -körbe zum kleinen Preis (4-10 Euro/ Tag). Wer mehr Aktivität möchte: Tretboote, Hüpfburgen, Beachvolleyball- und Fußballfelder: Es gibt alles!

Jurmala, das ist nicht nur Rigas Stadtstrand, sondern heute vor allem auch russischsprachige Touristenhochburg. Ihr werde dies allerorts hören, Englisch ist hier oft keine Option und auch auf Lettisch kann man sich nicht immer verständigen. Hauptpromenade und Flaniermeile ist die Jomas iela in Majori, hier befinden sich auch fast alle Café und Restaurants. Preislich sollte man in Jurmala immer einige Euro mehr einkalkulieren, denn die Wiederauferstehung des Ost-Tourismus zieht vor allem wohlhabende Gäste aus Russland an.

Auch der Strand ist gastronomisch erschlossen. Überall finden sich kleine Terrassen mit Ausschank, man kann direkt am Meer sitzen und bei Bier, Wein oder einem Cocktail in die untergehende Abendsonne schauen. Das ist einfach umwerfend!

Umwerfend sind auch die alten Holzhäuser und modernen Villen, die sich überall in den bis an den Strand reichenden Kiefernwäldern finden. Auch hier hindurch zu spazieren, ist wunderschön.

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Alte Holzvillen in den Wäldern am Strand

Im Winter versinkt Jurmala dann in einer Art Winterschlaf. Jetzt wird es ruhig, der Strand ist fast jedes Jahr mit Schnee bedeckt, alle paar Jahre friert das Meer in Küstennähe sogar zu. Auch das ist ein spezielles Erlebnis.

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Blick in den Sonnenuntergang

Ein kleines Highlight ist auch die Bootsfahrt nach oder von Jurmala: Sie kostet zwar 15,- Euro, dafür bringt einen ein kleines Ausflugsschiff über die Daugava und dann über den Seitenfluss Lielupe auf die Rückseite des Hauptortes Majori. Von hier erreicht man den Strand in gut 10 Minuten. Die etwa zweieinhalbstündige Fahrt ist malerisch, führt durch viel Schilf, stille Wäldchen und abschließend durch den Rigaer Hafen. Ich empfehle euch, mit dem Zug nach Jurmala zu fahren und mit dem Boot zurück – das geht allerdings nur in der Sommersaison. Der Bootsanleger befindet sich allerdings etwas versteckt in der Rigas iela, hier ein Kartenlink!

Riga praktisch: Tipps

Hier noch ein paar praktische Tipps, vor allem zum Bus- und Bahnsystem:

Innerhalb Rigas werdet ihr ein gut ausgebautes Netz an Straßenbahnen, Bussen und Trolleys finden. Letztere sind Busse, die ähnlich einer Straßenbahn an einer Oberleitung befestigt sind, aber dennoch auf der Straße fahren. Die alten, nostalgischen Fahrzeuge wurden mittlerweile fast alle ausgetauscht und vor allem die neuen Straßenbahnen wirken sehr futuristisch. Ein Fahrticket kostet für Bus, Tram und Trolley einheitlich 1,15 Euro. Die Tickets bekommt man in der Regel im Fahrzeug an einem Automaten, der auch Kreditkarten akzeptiert (und natürlich Münzen und Scheine). Man kann beim Fahrer zahlen (die alten Schaffnerinnen/ Konduktora gibt es leider nicht mehr…), aber dann steigt der Ticketpreis auf 2,- Euro pro Fahrt. Da einige alte Fahrzeuge keinen Automaten haben, empfehle ich das wieder aufladbare E-Talons, das man ebenso wie die Einzelfahrscheine u.a. in der Kioskkette Narvesen kaufen kann. Hier eine Übersichtskarte mit den Verkaufsstellen. Dieses Talons ist eine Art Kreditkarte aus festem Papier, die Anschaffung kostet nichts, man kann das Ticket mit einer Reihe Fahrten aufladen, zahlt diese am Talons-Automaten und hält das Ticket später im Bus (Tram, Trolley) an einen dafür vorgesehenen Zähler. Das ist einfach und spart etwas Geld, denn der Fahrtpreis sinkt je nach Auflademenge. Achtet darauf, dass man in Riga bei jedem Umstieg ein neues Ticket entwerten muss! Fahrpläne sind online einsehbar, nämlich hier.

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Der Euro ist da, die Bahnfahrpäne für ganz Lettland passen dennoch noch problemlos auf die Rückseite eines Fahrscheins. Rechts ein E-Talons.

Vermutlich werdet ihr euch schon nach eurer Ankunft am kleinen, aber sehr modernen Flughafen in Riga erstmals mit einem Bus auseinandersetzen müssen. Der Flughafenbus fährt ziemlich genau 30 Minuten bis zum Zentrum, dort gibt es mehrere Ausstiege. Es handelt sich dabei um die Linie 22, hier ein Link zu den Fahrplänen. Am Flughafen gibt es übrigens auch einen Automaten für E-Talons. Um zum Bus zu gelangen, muss man einmal den Parkplatz vor dem Flughafen überqueren und stößt nach 50 Metern direkt auf den Halt. Auf dem Rückweg wird es etwas schwieriger, denn der Halt liegt zwar zentral, ist aber oft nur mit Lidosta, also dem lettischen Wort für Flughafen ausgeschildert. Darauf muss man erst einmal kommen. Hier seht ihr, wo der Bus zum Zentrum zum Flughafen abfährt, nämlich an der 13.-Jnavara-iela! Wer lieber Taxi fährt: Die Fahrt zum/ vom Flughafen ins Zentrum kostet ca. 10 bis 12 Euro.

Vielleicht wollt ihr Riga auch einmal verlassen, z.B. um nach Cesis und Sigulda in die sogenannte lettische Schweiz zu fahren. Zum Teil gibt es Züge, aber das Netz ist dünn. In der Regel bewegt man sich in Lettland mit Überlandbussen fort, der zentrale Busbahnhof für alle Fernbusse, also auch für Eurolines etc., heißt Autoosta und befindet sich direkt neben dem Bahnhof und dem großen Stockman-Einkaufszentrum, hier ein Kartenlink. Falls ihr doch mit dem Zug fahrt, stellt euch auf ein Highlight ein: Die riesigen Waggons sind alt und klapprig, der Einstieg in fast einem Meter Höhe nichts für Gehgeschädigte, denn eine Einstiegsplattform gibt es natürlich nicht, nur drei winzige Stufen…

Zum Abschluss ein ganz anderer Tipp, nämlich zum Thema Bargeld und Bezahlung. Lettland ist ein günstiges Land und auch Riga ist oft deutlich billiger als Deutschland (aber nicht in allem!). Deshalb sind große Euroscheine häufig unpraktisch, alles über 10 Euro überfordert gerade kleine Händler (auf dem Markt…) und oft auch die Busfahrer. Man sollte also immer etwas Kleingeld bei sich führen. Im Gegenzug ist Riga aber sehr modern, die Zahlung mit Karte ist überall problemlos möglich, selbst für Centbeträge. Auch Geldautomaten findet man sprichwörtlich an jeder Ecke.

Riga persönlich: Darum liebe ich diese Stadt!

Ihr werdet es gelesen haben: Ich liebe Riga! Ich habe lange in der Stadt gelebt, ich habe Freunde dort, ich habe viele Verwandlungen und Veränderungen selbst miterlebt. Das, was Riga für mich persönlich spannend und lebenswert macht, sind seine Kontraste und seine Lebendigkeit.

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Auch ein Geheimtipp: Der Leuchtturm an der Daugava-Mündung, leider sehr schwer zu finden, da für die letzten 2km Ausschilderungen fehlen.

Riga, das sind einerseits moderne Trends, die blitzschnell in der Stadt ankommen; das sind junge Letten, die die Stadt erobern; das sind schicke Shoppingsmalls, wie ich sie in Deutschland noch nirgends gesehen habe (übrigens eine Empfehlung: Die Galerija Riga und die Galerija Centrs – auch wer keine Mall mag, wird hier beeindruckt sein!); und Riga, das sind auch coole Bars und Locations, irgendwo findet sich immer noch eine geöffnete Theke.

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Neues im Alten: Die Speicherhäuser in Spikeri

Aber es gibt auch die andere Seite, das Gestrige, aus der Zeit Gefallene. Da wäre der uralte, fest stationierte Zirkus, der wie in Sowjetjahren sein Programm abspult (übrigens auch ein Tipp! Momentan, Stand Okt. 2016, wird er jedoch renoviert und ist z.Zt. geschlossen). Geblieben sind auch die Straßenmusiker und die alten Damen, die am Straßenrand dies und das verkaufen. Und auch die Gerüche, an vielen Orten etwas modrig, ein wenig abgestanden, in den Bussen oft miefig – das alles atmet die Luft der Vergangenheit.

Und manchmal gelingt es, das Alte und Neue zu vereinen, so wie in den Spikeri-Speicherhäusern direkt neben dem Zentralmarkt. Ja, geht dort mal hin, schlendert erst über den Markt und schaut euch dann diese renovierten Hallen, heute als Kulturzentrum genutzt, sowie das benachbarte alte Ghetto an, dann werdet ihr die Gegensätze und die Vielfalt von Riga auch spüren!

Viel Spaß! Euer Holger

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PS: Wenn ihr mehr Bilder sehen wollt, dann schaut bei Instagram unter #stadtwuchsriga. Oder lest meinen Gastbeitrag im Blogmagazin Severin.net über „10 Dinge in Riga„!

PPS: Ich habe in diesem Bericht auf alle lettischen Sonderzeichen verzichtet, da viele Browser diese nicht richtig darstellen.